Vodafone will Unitymedia kaufen : Warum der Kabel-Milliardendeal den Kunden nutzen kann

Beim Kabelfernsehen haben Mieter und Vermieter praktisch schon heute keine Wahl. Sollte Vodafone Unitymedia übernehmen, würde das aber der Telekom einheizen. Ein Kommentar.

Objekt der Begierde: Vodafone will Unitymedia kaufen. Das Unternehmen hat 7,2 Millionen Kunden.
Objekt der Begierde: Vodafone will Unitymedia kaufen. Das Unternehmen hat 7,2 Millionen Kunden.Foto: Marius Becker/dpa

Von Wettbewerb keine Spur. Mieter, die ihr TV-Programm über das Kabel bekommen, haben bei der Auswahl ihres Kabelanbieters kein Mitspracherecht. Dasselbe gilt allerdings auch für die Vermieter.

Den Kabelfernsehmarkt teilen der Vodafone-Konzern, der 2014 Kabel Deutschland übernommen hat, und Unitymedia, die Tochter des britischen Kabelriesen Liberty Global, weitgehend unter sich auf.

Vodafone ist in 13 Bundesländern, darunter Berlin und Brandenburg, aktiv, Unitymedia in den anderen drei. Übernimmt Vodafone nun den Konkurrenten, entsteht zwar praktisch ein Monopol, an den faktischen Verhältnissen ändert sich aber nichts.

Spielen die Wettbewerbsbehörden, die das Geschäft überprüfen, ihre Karten richtig aus, könnte der Deal paradoxerweise sogar den Wettbewerb beleben. Erstens, indem die Behörden die Kabelfirmen dazu zwingen, ihre Netze für Wettbewerber zu öffnen.

Und zweitens, indem die Konkurrenz für die Telekom wächst. Viele Kunden sehen über das Fernsehkabel nicht nur fern, sondern gehen auch ins Internet und telefonieren. TV-Kabel oder Breitband: Telekom und Vodafone werden sich noch mehr als sonst um die Kunden kabbeln.

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