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Berliner Institut für Gesundheitsforschung : Geschäftsvorstand des BIG geht

Neue Unruhe am Berliner Institut für Gesundheitsforschung: Rolf Zettl, der administrative Vorstand, will gehen. Er soll mit der Integration des BIG in die Charité nicht einverstanden sein.

Die Charité bevorzugt eine Integration des BIG.
Die Charité bevorzugt eine Integration des BIG.Foto: imago/Frank Sorge

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) kommt nicht zur Ruhe. Mitten in der Diskussion um die Neustrukturierung des Instituts hat Rolf Zettl, der administrative Vorstand, seinen Abgang angekündigt. Zettl, der die BIG-Geschäftsstelle leitet und für Haushalt und Technologietransfer zuständig ist, will zum Jahresende gehen. Einen entsprechenden Bericht auf dem Blog des Tagesspiegel-Kolumnisten Jan-Martin Wiarda bestätigte Axel Pries, der Interims-Vorstandsvorsitzende des BIG, am Freitag.

Zettl verlasse das BIG auf eigenen Wunsch und wolle sich „beruflich neu orientieren“, sagte Pries auf Anfrage. Zettl werde bis zu seinem Ausscheiden seine Aufgaben „unverändert engagiert“ weiter wahrnehmen – insbesondere auch bei der von ihm verantwortete gemeinsame Technologietransfer-Einheit von BIG und Charité.

Zettl hatte sein Amt im Frühjahr 2016 übernommen. Er selbst wollte sich am Freitag nicht äußern. Zu hören ist von mehreren Seiten aber, dass Konflikte um die Neustrukturierung am BIG Auslöser von Zettls Kündigung sein könnten. Zettl ist demnach gegen die Integration des BIG in die Charité, die von Berlins Staatssekretär Steffen Krach und vom Interimsvorstandsvorsitzenden des BIG, Axel Pries, bevorzugt wird. Zettl mache sich dagegen für ein unabhängiges BIG stark, heißt es. Unter den BIG-Mitarbeitern und -Forschern soll Frustration darüber herrschen, dass die Diskussion über die Struktur des Instituts erste wissenschaftliche Erfolge überlagere.

Ziel war, dass BIG zu einer Einrichtung von "Weltrang" zu machen

Das BIG ist eines der Prestigeprojekte der Berliner Wissenschaft: Finanziert zu großen Teilen vom Bund, sollten in dem Institut Teile der Forschung von Charité und Max-Delbrück-Centrum fusioniert werden. Eine Einrichtung von "Weltrang" sei das Ziel, sagte die damalige Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU), als das Institut vor sechs Jahren angeschoben wurde. Doch Konflikte zwischen Charité und MDC resultierten immer wieder in einer Lähmung des Vorstandes, der seit 2017 interimsmäßig geführt wird - momentan von Axel Pries, der auch Charité-Dekan ist.

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Wie berichtet, hatte sich der Aufsichtsrat zur Lösung der Konflikte unlängst dafür ausgesprochen, das BIG in die Charité zu integrieren. Das MDC würde dann privilegierter Partner werden. Dafür hatte sich auch ein Gutachten der Wirtschaftsprüfer von PWC ausgesprochen, in dem die Integration als "überzeugendste Lösung" bezeichnet wurde. Auf Drängen von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek wird aber auch geprüft, ob das BIG unabhängig werden könnte. Eine Option, die offenbar auch Zettl vorzog - gegen den Widerstand der Charité, was jetzt zu Zettls Kündigung geführt haben dürfte.

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