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Statt den fünf Tagen Pflicht, sollen Corona-Infizierte nur zuhause bleiben, wenn sie sich krank fühlen, lautet ein Vorschlag.
© Getty Images/EyeEm

Forderung nach Abschaffung von Quarantänepflicht: Kassenärzte-Chef Gassen zeigt eine Ignoranz, die sprachlos macht

Bei einer Aufhebung der Quarantäne-Pflicht gäbe es keine flächendeckenden Maßnahmen mehr. Doch das bringt uns die Normalität nicht zurück. Ein Kommentar.

Was ist das für ein Signal: Mitten in der Sommerwelle fordert Kassenärzte-Chef Andreas Gassen, dass alle Isolations- und Quarantänepflichten aufgehoben werden. Statt den fünf Tagen Pflicht, sollen Corona-Infizierte nur zuhause bleiben, wenn sie sich krank fühlen – ist das nicht der Fall, könnten sie arbeiten gehen, selbst wenn sie positiv getestet sind.

Er meint: Damit würde nicht „unnötig“ Personal ausfallen. Der Vorschlag kommt nicht nur zu einer absolut unpassenden Zeit, sondern sendet ein fatales Signal an die Gesellschaft.

So ziemlich die einzige Corona-Maßnahme, die andere vor einer Infektion schützen kann, soll aufgehoben werden.

Gassen will noch mehr Eigenverantwortung, was schon angesichts der hohen Corona-Zahlen absurd genug ist. Was er unerwähnt lässt: Auch symptomlos kann das Virus weitergegeben werden.

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Kollateralschäden werden hingenommen

Der Arbeitsplatz als Durchseuchungsort. Das kann nicht nur für die Psyche extrem belastend sein, sondern könnte praktisch dazu führen, dass ganze Abteilungen infiziert werden und ausfallen.

Die Gassensche „Wird schon Schiefgehen“-Mentalität zeugt von einer Ignoranz, die sprachlos macht. Kollateralschäden werden uneingeschränkt hingenommen, komme was wolle – schwere Verläufe, Tote, Long-Covid-Erkrankte, alles ist egal. An Weitblick fehlt es Gassen auch, denn wenn die Lage im Herbst und Winter eskaliert, werden nur verpflichtende Maßnahmen helfen können.

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