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Damenbinden und Tampons in einem Symbolfoto.
© imago images/CHROMORANGE

Kostenfreie Tampons und Binden: Menstruationsartikel an Berliner Hochschulen noch die Ausnahme

Am weitesten ist die Charité damit, Tampons und Binden für Studierende bereitzustellen. Grünen-Sprecherin Haghanipour fordert andere Unis auf, nachzuziehen.

Erst wenige Hochschulen in Berlin stellen kostenlose Menstruationsartikel zur Verfügung, aber etliche planen es. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage aus der Grünen-Fraktion hervor. Vorreiterinnen sind die Kunsthochschule Berlin-Weißensee (KHB) und die Charité. An der KHB werden punktuell in Unisex-Toiletten Binden und Tampons bereitgestellt. Eine Ausweitung wird geprüft.

An den drei Standorten der Universitätsmedizin sind in zehn verschiedenen Toilettenräumen für Frauen in Spenderboxen Tampons und Binden frei verfügbar. Der geschätzte Jahresverbrauch liegt bei 1200 Packungen Tampons und 1000 Packungen Binden. In der Zahnmedizin sollen künftig ebenfalls Produkte bereitgestellt werden.

An der Freien Universität werden keine kostenlosen Menstruationsartikel zur Verfügung gestellt. An der Humboldt-Uni wurden in einem Pilotvorhaben an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät im Mai zwei Spender installiert. An der Technischen Universität ist ein Pilotprojekt für das Wintersemester geplant, um den Bedarf zu ermitteln. Zunächst sollen nur Tampons angeboten werden.

In einem Toilettenvorraum hängt ein Spender für kostenlose Tampons und Damenbinden.
Vorbildliche Nachbarin: Spender für kostenlose Periodenartikel wurden zu Jahresbeginn in 20 Toiletten der Uni Potsdam angebracht.
© Promo/Luisa Agrofylax

„Die Sichtbarkeit von und der freie Zugang zu Menstruationsartikeln an Hochschulen hilft das Thema zu enttabuisieren“, erklärte Bahar Haghanipour (Grüne), Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses und Sprecherin für Frauenpolitik und Gleichstellung, gegenüber dem Tagesspiegel.

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Es sei positiv, dass immerhin die Mehrheit der staatlichen Hochschulen kostenlose Menstruationsprodukte bereitstellt oder Pilotprojekte plant. Andere müssten nachziehen, die Kosten seien mit 3000 Euro im Jahr überschaubar. Keine menstruierende Studierende sollte sich wegen Mangels an Periodenprodukten Sorgen machen, wie sie den Tag überstehen soll, betont Haghanipour.

Im Januar dieses Jahres hatte der Asta der TU kostenlose Menstruationsprodukte auf allen Uni-Toiletten „für alle Geschlechter“ gefordert. (mit dpa)

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