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Thema

Griechenland

Angela Merkel darf erst einmal lächeln. Aber was der Krisengipfel wirklich gebracht, wird sich noch zeigen.

Das tut gut. Endlich mehr Klarheit, endlich mehr Sicherheit, endlich das Gefühl, dass ein Problem angepackt wird. Vielleicht sogar an der Wurzel, wie Angela Merkel verspricht. Aber stimmt das wirklich?

Von Alfons Frese

Erste Schritte zur endgültigen Lösung der Euroschuldenkrise haben dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag kräftig Auftrieb gegeben. Der Dax, der am Vormittag noch im Minus lag, schloss knapp ein Prozent höher bei 7290 Punkten.

Der Plan ist aufgegangen. Angela Merkels Forderungen sind angekommen.

Kurswechsel in der Euro-Krise: Griechenland soll durch verlängerte Laufzeiten und geringere Zinsen mittelfristig aus der Schuldenfalle geholfen werden. Zusätzlich soll ein "Marshall-Plan" für wirtschaftlichen Aufschwung sorgen.

Von
  • Robert Birnbaum
  • Stephan Haselberger

Die Regierungschefs der 17 Euro-Staaten treffen sich am Donnerstag in Brüssel. Bei dem Krisengipfel geht es um dringend nötige Hilfen für Griechenland - und um das Überleben des Euro.

Von Stephan Israel
Fliehkraft. Binnen einer Dekade haben sich die Schulden der Welt verdoppelt. Findet die Politik keinen Ausweg, droht Inflation.

Das Drama um Griechenland ist erst der Anfang – die Abhängigkeit von immer neuen Krediten treibt den Westen in die Enge. Er zahlt nun den Preis für die Entfesselung der Finanzmärkte in den vergangenen 30 Jahren.

Von Carsten Brönstrup
Griechenlands Premierminister George Papandreou und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso (r.) wissen, worum es beim Gipfel am Donnerstag in Brüssel geht.

Die EU-Spitzenpolitiker werden sich beim Gipfel in Brüssel zu Maßnahmen durchringen müssen, ansonsten können sie mitsamt ihrer ganzen Entourage gleich zu Hause bleiben.

Von Gerd Appenzeller

Die Unruhe der Anleger vor dem EU-Krisengipfel hat dem Dax am Mittwoch eine Berg-und-Talfahrt beschert. Kursstützend wirkte indes die sehr starke Quartalsbilanz des US-Technologiekonzerns Apple.

Zu neuen Ufern. Die griechische Wirtschaft ist wenig exportorientiert, zudem spielt der Staat eine sehr große Rolle. Politiker und Ökonomen wollen das ändern – der Hafen von Piräus etwa gilt als attraktiv für Investoren und soll privatisiert werden. Foto: picture-alliance/dpa

Ein Milliarden-Programm soll Griechenlands Wirtschaft wieder fit machen – und die Rezession vertreiben. Die Gelder aus Europa sollen vor allem in den Umbau der Unternehmenslandschaft fließen.

Von
  • Carsten Brönstrup
  • Henrik Mortsiefer
Exportschlager. Der Erfolg von Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf gilt den Schweden als Vorbild. Foto: p-a/dpa

Unbelastet von der Schuldenkrise erlebt Schweden einen starken Aufschwung – und kommt gut ohne den Euro aus

Von André Anwar

Allianz-Chef Michael Diekmann favorisiert ein Modell, bei dem Investoren ihre gekauften Anleihen in neue Bonds mit einer Laufzeit von zehn Jahren eintauschen.

Von Carsten Brönstrup

Inhaber von Staatsanleihen sollen nach Ansicht von Commerzbank-Chef Blessing auf bis zu 35 Prozent ihres Geldes verzichten – und den Rest dafür aber garantiert zurückerhalten.

Helmut Kohl kritisiert die Europapolitik der Kanzlerin.

Kurz vor dem EU-Krisengipfel wächst die Kritik an der Europapolitik der Bundesregierung. In der Diskussion um einen möglichen Schuldenschnitt für Griechenland verhärten sich die Fronten.

Von Stephan Haselberger

Eine Variante zur Teil-Entschuldung ist der Rückkauf griechischer Staatsanleihen mit Geldern des Euro- Rettungsschirms EFSF. Auf diesem Weg könnte die aus dem Ruder gelaufene Staatsverschuldung von rund 160 Prozent des jährlichen Bruttosozialprodukts deutlich reduziert werden.

Fast ein Drittel der gesamten Staatsschulden der Euro-Problemstaaten Griechenland, Irland und Portugal stecken im europäischen Bankensystem. Das zeigt eine „Handelsblatt“-Analyse der am Freitag veröffentlichten Ergebnisse des Stresstests der European Banking Authority (EBA).

Zuspruch vom Gast. US-Außenministerin Hillary Clinton besuchte am Sonntag Ministerpräsident Giorgos Papandreou.

Athens Regierungschef Giorgos Papandreou plädiert vor dem Gipfel am Donnerstag für Eurobonds. Die Experten der Finanzministerien sollen bis zum Donnerstag eine beschlussreife Lösung für den Gipfel ausarbeiten.

Von Gerd Höhler

Im Gegensatz zu den wohlhabenden Euro-Nationen findet unter den Krisenstaaten keine erkennbare Koordination statt. Vielmehr legen beispielsweise irische oder portugiesische Diplomaten größten Wert darauf, die grundlegenden Unterschiede zu Griechenland zu betonen und möglichst nicht in einem Atemzug mit Athen genannt zu werden.

Brüchig? Bislang wird immer betont, die Währungsunion leide unter einer Schulden- und keiner Eurokrise. Die kann aber noch dazukommen. Foto: dpa

Staaten gegen Banken, Nord gegen Süd, Reich gegen Arm – Europa droht an der Krise zu scheitern

Von Carsten Brönstrup

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat eine edle Aufgabe: Wenn einer seiner Mitglieder in finanzielle Not gerät, dann springt der Fonds ein. Dafür zahlen die 188 Mitgliedsländer ihre Beiträge.

Die Herren im Frankfurter Eurotower zeigen sich standhaft: Jean-Claude Trichet, der im Oktober scheidende Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), sein Nachfolger, der Italiener Mario Draghi, Chef-Volkswirt Jürgen Stark und auch der neue Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, der für Deutschland im EZB-Rat sitzt. Ein Schuldenschnitt für Griechenland müsse unter allen Umständen vermieden werden, genauso wie eine Beteiligung privater Gläubiger an weiteren Rettungsmaßnahmen, betonen sie.

Portugal, Griechenland, Italien, Irland: Die EU kommt aus dem Retten nicht mehr raus. Eine E-Mail der Bundeskanzlerin an ihren Finanzminister aus Angola gibt überraschende Einblicke in die Euro-Krise.

Von Moritz Rinke

Die Europäische Union sucht nach einer Lösung der Schuldenkrise, um die Finanzmärkte zu beruhigen. Die Politik kommt dabei aber nicht voran. Bundesbankpräsident Jens Weidmann kritisiert dazu auch Berlin.

Von Albrecht Meier
Wacklig. Immer mehr Länder stürzen in die Euro-Krise.

Die Politiker bringen mit ihrer Taktiererei nicht nur den Euro in Gefahr, sondern das gesamte Projekt der europäischen Einigung. Nötig ist eine völlig andere Herangehensweise an das Problem.

Von Carsten Brönstrup
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