• Zum Tod der früheren HRK-Generalsekretärin: Christiane Gaehtgens in Beirut gestorben

Zum Tod der früheren HRK-Generalsekretärin : Christiane Gaehtgens in Beirut gestorben

Die GIZ-Koordinatorin im Libanon, Christiane Gaehtgens, ist bei einem Unfall in Beirut ums Leben gekommen. Bekannt wurde sie als Generalsekretärin der HRK.

Ein Porträtbild von Christiane Gaehtgens.
Christiane Gaehtgens.Foto: Promo

Bei einem tragischen Unfall in Beirut ist Christiane Gaehtgens, die Landeskoordinatorin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Libanon, am 9. August ums Leben gekommen. Das teilte die GIZ am Donnerstag mit.

Mit Christiane Gaehtgens verliere die GIZ eine Kollegin, "die den Libanon und seine Menschen liebte", erklärte Thorsten Schäfer-Gümbel, Vorstandsmitglied der GIZ. "Sie hat sich mit sehr viel Engagement eingebracht, um die Lebensbedingungen von Flüchtlingen aus Syrien, aber auch von Palästinensern und Libanesen zu verbessern – über bessere Bildung und Ausbildung, soziale Teilhabe und Dialog in diesem krisengeschüttelten Land."

Gaehtgens war seit 2015 für die GIZ in Libanon tätig und koordinierte dort seit Ende 2017 die Programme der GIZ. Ihr Tod stehe nicht in Zusammenhang mit der Explosion in Beirut vom 4. August, stellte die GIZ auf Anfrage klar.

HRK-Generalsekretärin in der Bologna-Reform

Christiane Gaehtgens war eine anerkannte Bildungsexpertin, von 2003 bis 2008 leitete sie das Generalsekretariat der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Die HRK würdigt sie in einer auf ihrer Homepage veröffentlichten Mitteilung als erste Generalsekretärin der HRK. "Dr. Christiane Gaehtgens hat sich leidenschaftlich für das deutsche Hochschulsystem eingesetzt", heißt es.

Ihr Amt führte Gaehtgens in einer für die deutschen Hochschulen überaus bewegten Zeit aus. So kam es in den frühen 2000er-Jahren im Bolognaprozess zur Einführung der gestuften Studiengänge mit Bachelor und Master, ein Akkreditierungssystem für Hochschulen wurde etabliert und die EU-Forschungsförderung neu geordnet.

Engagiert hat sich Christiane Gaehtgens auch für die sogenannten Kleinen Fächer, für die die HRK in ihrer Amtszeit eine bundesweite Kartierung in Auftrag gab, um sie sichtbarer zu machen. Sie habe "prägend für das deutsche Hochschulsystem gewirkt", erklärt der heutige HRK-Generalsekretär Jens-Peter Gaul in der Würdigung.

Nach ihrer Amtszeit bei der HRK war Christiane Gaehtgens als selbstständige Hochschulberaterin tätig. Vor ihrem Einsatz im Libanon arbeitete sie für die GIZ im Kapazitätsaufbau im Bildungswesen in Äthiopien. Verheiratet war sie mit dem ehemaligen Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Peter Gaehtgens, dem früheren Präsidenten der Freien Universität Berlin.

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