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Hans-Jürgen Bendel (l.-r.), Projektleiter bei Commerz Real, Senatschef Kai Wegner (CDU) und Architekt Jan Kleihues beim Richtfest für „The Berlinian“.

© dpa/Sebastian Gollnow

Update

Hochhaus „The Berlinian“ feiert Richtfest: „Wir brauchen eine echte Skyline und die wird hier am Alexanderplatz entstehen“

Büros und Geschäfte, aber keine Wohnungen: Der neue 146-Meter-Turm am Alexanderplatz bekommt nicht nur Beifall. Was Berlins Regierender Bürgermeister dazu sagt.

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Für das erste der neuen Hochhäuser am Berliner Alexanderplatz ist das Richtfest gefeiert worden. „Dass wir hier gemeinsam den Mut hatten, auch mal höher zu gehen, auf eine Höhe von 146 Metern, ist ein starkes Signal, dass wir hier an diesen Orten auch etwas probieren“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) am Mittwochmittag.

„Ich wünsche mir für Berlin, dass wir häufiger den Mut aufbringen, höher zu bauen“, so Wegner. Das verdiene eine Metropole wie Berlin: „Wir brauchen spannende Architektur. Wir brauchen auch hohe Häuser. Wir brauchen eine echte Skyline und die wird hier am Alexanderplatz entstehen.“ Der Alexanderplatz habe großes Potenzial. „Dass wir hier nun mit 146 Metern eines der höchsten Geschossbauten haben, zeigt, was an diesem Ort möglich ist.“

Bereits im Dezember war für „The Berlinian“ der letzte Beton gegossen worden und damit der Abschluss des Rohbaus vollzogen. In den kommenden Monaten findet der Innenausbau des Hochhauses statt, im Mai 2027 soll es komplett fertiggestellt werden.

12.01.2026, Berlin: Der Berliner Alexanderplatz mit dem Kaufhaus Galeria Kaufhof und dem im Bau befindlichen Hochhaus «The Berlinian». (zu dpa: «Neues Hochhaus am Alexanderplatz feiert Richtfest») Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der Berliner Alexanderplatz mit dem Kaufhaus Galeria Kaufhof und dem im Bau befindlichen Hochhaus „The Berlinian“.

© dpa/Sebastian Gollnow

Die 33 Stockwerke des Gebäudes sollen im Anschluss für Gewerbe genutzt werden, hauptsächlich als Büroflächen. Es wird aber auch ein Restaurant geben, eine Dachterrasse auf dem Sockelgebäude sowie eine Konferenzetage mit einer sogenannten Skylounge.

Das Hochhaus-Projekt gehört der Commerz Real. Es wächst aus dem Gebäude des Galeria-Kaufhauses am Alexanderplatz heraus. Die Commerz Real hatte das gesamte Objekt im Juni 2023 von Signa abgekauft, dem Immobilienkonzern des Österreichers René Benko. Dieser war Ende 2023 mit immer mehr Unternehmensteilen in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht – auch mit der Projektentwicklungssparte, die als Dienstleister weiterhin den Bau des Hochhauses am Alexanderplatz betreuen sollte. Schwierige Bedingungen für das Projekt, wie Andreas Rauch, Leiter der Projektentwicklungsabteilung bei Commerz Real, beim Richtfest in Erinnerung rief.

146
Meter ist der neue Turm hoch

Bei Baubeginn des Hochhauses war noch von einer Höhe von 132 Metern die Rede, im Laufe des vergangenen Jahres wurde die Höhe auf erst 142, dann auf die nun vollendeten 146 Meter geändert. Damit schlittert „The Berlinian“ knapp an der Grenze zum Wolkenkratzer vorbei, die gemeinhin bei 150 Metern Höhe angesetzt wird.

14.01.2026, Berlin: Ein Fotograf fotografiert während des Richtfests des neuen Büroturms "The Berlinian" am Alexanderplatz die Berliner Innenstadt. Das erste der neuen Hochhäuser am Alexanderplatz soll 146 Meter hoch werden. Die Fertigstellung ist für Mai 2027 geplant. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Blick auf die Stadt: Der Turm wurde letztlich größer als anfangs geplant.

© dpa/Sebastian Gollnow

Hans-Jürgen Bendel, Projektleiter der Commerz Real für das Hochhaus am Alexanderplatz, wies darauf hin, dass beim Bau mehrere Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt worden seien: Die Bauarbeiter hätten das Gebäude in nur 18 Monaten in die Höhe gezogen.

Lob gab es auch für den Senat: „Die Berliner Behörden haben unsere eingereichte Architektur für die Turm-Erhöhung auf 146 Meter in nur zwei Wochen geprüft und genehmigt“, so Bendel. Das habe er in 30 Jahren Berufserfahrung noch in keiner großen deutschen Stadt erlebt. Der Bau-Booster sei also offenbar bereits in Berlin angekommen.

Das Projekt zeige, dass Berlin schneller geworden sei, sagte auch Kai Wegner erfreut: „Dieses Tempo hier muss die neue Realität in Berlin werden.“

Noch offen und in den vergangenen Monaten kontrovers diskutiert ist die Nutzung des Bestandsgebäudes im Sockel, in dem sich aktuell das Galeria-Warenhaus befindet. Der Mietvertrag für Galeria läuft noch bis August 2026. Im Gespräch ist, dass auch die Zentrale Landesbibliothek (ZLB) in den Sockel einzieht, die Galeria-Filiale dafür deutlich verkleinert wird oder sogar ganz gehen muss. Letzteres versucht der Berliner Senat zu verhindern.

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