Airport BER : Flughafenchef Lütke Daldrup zu Vertragsverlängerung bereit

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup zeigt sich offen, über 2020 hinaus zu bleiben – bis der Betrieb läuft.

Engelbert Lütke Daldrup wechselte im Frühjahr 2017 vom Roten Rathaus in seine aktuelle Funktion.
Engelbert Lütke Daldrup wechselte im Frühjahr 2017 vom Roten Rathaus in seine aktuelle Funktion.Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Er ist der Mann, der den neuen Berliner Airport eröffnen will, woran seit 2011 alle scheiterten. Allerdings gibt es da noch ein Problem. Der Vertrag von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, der im Frühjahr 2017 vom Roten Rathaus auf den hochdotierten Schleudersitz in Schönefeld wechselte, läuft im März 2020 aus – also mehr als ein halbes Jahr vor der für Oktober 2020 angekündigten BER-Eröffnung. Nach Tagesspiegel-Recherchen wird in diesem Sommer nicht nur um die weitere Finanzierung des Milliardenprojektes gerungen, es geht auch um eine Verlängerung des Vertrages von Lütke Daldrup.

Dem Vernehmen nach haben die Eigentümer der Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes (FBB) kein Interesse an einem erneuten Wechsel an der Flughafen-Spitze, und das ausgerechnet in der kritischen Phase vor dem BER-Start. Zumal Lütke Daldrup von allen drei Gesellschaftern intern bescheinigt wird, die Hochrisikobaustelle besser im Griff zu haben als seine Vorgänger. So läuft es aktuell auf eine Verlängerung um ein weiteres Jahr hinaus, also bis zum Frühjahr 2021.

„Wir brauchen Kontinuität bis zur Eröffnung des BER“

Der FBB-Aufsichtsratsvorsitzende, der bisherige Brandenburger BER-Staatssekretär Rainer Bretschneider, will keine Turbulenzen an dieser Flanke. Er spricht sich jedenfalls klar dafür aus, den Vertrag des Flughafenchefs zu verlängern. „Wir brauchen Kontinuität bis zur Eröffnung des BER“, sagte Bretschneider am Mittwoch. „Dafür setze ich mich ein.“ Wenn er das tut, wird Bretschneider, der mit 69 Jahren zum 1. Juli 2018 in den Ruhestand geht, als BER-Chefkontrolleur kein aktiver Beamter Brandenburgs mehr sein und freier agieren können als bisher.

Gleichwohl ist der Vorgang wie alle BER-Spitzenpersonalien heikel. So brodelt um die anstehende Vertragsverlängerung bis in hohe politische Kreise Berlins und Brandenburgs bereits die Gerüchteküche. Spekuliert wird, dass der frühere BER–Koordinator des Berliner Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) angeblich versuchen soll, eine drastisch höheres Salär – es sind bisher rund 500.000 Euro im Jahr (mit Leistungs-Boni) – herauszuschlagen. Und zwar 750.000 Euro, so viel wie einst Hartmut Mehdorn verdiente.

Daldrup dementiert finanzielle Forderungen

Lütke Daldrup dementiert das. „Das ist abwegig. Ich habe gegenüber niemandem finanzielle Forderungen gestellt“, sagte er dem Tagesspiegel. Er machte deutlich, dass er – wenn die Gesellschafter es einvernehmlich wünschten – zu einer Verlängerung grundsätzlich bereit sei, um den BER ans Netz zu bringen. Er selbst hatte damals Wert auf einen Drei-Jahres-Vertrag gelegt, wofür er persönlichen Gründe nannte. Üblich waren bis dato für die BER-Chefs, ob bei Hartmut Mehdorn oder Karsten Mühlenfeld, Fünf-Jahres-Verträge. Es war die Zeit, als alle Verantwortlichen – er selbst eingeschlossen – noch auf einen BER-Start 2018 hofften und niemand mit einer Verzögerung bis 2020 rechnete.

Am heutigen Donnerstag ist die Lage auf der Baustelle erneut Thema im Beteiligungsausschuss des Abgeordnetenhauses. Trotz anhaltender Probleme bei kritischen Gewerken wie Kabelsysteme, Brandmeldeanlage oder Entrauchungssoftware, bekräftigte Lütke Daldrup erneut, dass der Eröffnungstermin 2020 stehe: „Wir haben genügend Puffer.“

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