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So sah das Ankunftszentrum kurz nach der Eröffnung im März aus.
© Christophe Gateau/dpa

Für bis zu 960 Geflüchtete aus der Ukraine: Ankunftszentrum in Berlin-Tegel zieht in Terminal C und wird winterfest gemacht

Das Zentrum bleibt bestehen, weil weiterhin täglich Hunderte aus der Ukraine nach Berlin kommen. Der Senat bereitet sich auf die kalte Jahreszeit vor.

Das Ukraine Ankunftszentrum am ehemaligen Flughafen Tegel wird weiterbetrieben und von Terminal A/B in Terminal C umziehen. Das hat der Senat bei seiner Sitzung am Dienstag auf Vorlage der Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) beschlossen.

Grund für den Umzug sei, dass die Bausubstanz in Terminal C in einem deutlich besseren Zustand sei, erklärte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Dienstag nach der Senatssitzung. Nach dem Umzug soll das Zentrum auch winterfest gemacht werden, also für kältere Temperaturen ausgestattet sein. So soll das Registrierungszelt durch beheizbare Container ersetzt werden.

Für den Betrieb des Ankunftszentrums wird Terminal C zunächst bis zum 31. Dezember 2022 angemietet. Bei Bedarf kann die Mietzeit verlängert werden – in einem ersten Schritt bis zum 31. März 2023, in einem zweiten Schritt bis zum 30. Juni 2023.

Noch im August sollen die Umbauarbeiten beginnen. Damit der Umzug und Ausbau des Terminal C im laufenden Betrieb erfolgen kann, verlängert der Senat die Anmietung von Terminal A/B bis Jahresende. Der Rückbau von Terminal A/B soll im November und Dezember erfolgen, sodass diese Bereiche im Anschluss an die Eigentümer Tegel Projekt GmbH zurückgegeben werden können.

Nach dem Umzug des Ankunftszentrums in Terminal C wird es dort Platz für 960 Personen geben. Der aktuelle Bedarf an Unterbringung sei damit abgedeckt und noch eine Reserve mit eingeplant, sagte Lederer.

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Die derzeitige Situation sehe nicht nach einer Entspannung aus, etwa wenn man an die Aufforderung an die Menschen im ostukrainischen Donbass denke, die ihre Region nun verlassen sollen. „Wir bereiten uns sehr, sehr vorsichtig auf Fluchtbewegungen im Herbst und Winter vor“, sagte Lederer.

Vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass auf dem früheren Flughafengelände giftige Substanzen entdeckt wurden. Lederer versicherte, dass das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten die Lage bereits untersucht habe, damit keine Menschen auf dem Gelände gefährdet seien.

Berlin nimmt „Schlüsselposition“ ein

„Die Weiterführung des Ukraine Ankunftszentrums ist notwendig, weil Berlin aufgrund seiner geografischen Lage eine Schlüsselposition für ukrainische Geflüchtete einnimmt“, sagte Lederer. Noch immer kämen täglich etwa 600 Menschen aus der Ukraine in Berlin an. Nicht alle von ihnen blieben aber in Berlin.

Vergangene Woche hatte Sozialsenatorin Kipping aufgrund knapp werdender Plätze in Flüchtlingsunterkünften die erste Stufe des Notfallplans aktiviert. Am vergangenen Freitag war vor diesem Hintergrund eine Zeltunterkunft mit 900 Schlafplätzen auf dem Flughafengelände startklar gemacht worden. Diese soll aber nur genutzt werden, wenn alle anderen Optionen ausgeschöpft sind.

Ob der Umzug des Ankunftszentrums auch Auswirkungen auf den Standort und möglichen Betrieb der Zeltunterkunft haben werde, konnte Lederer nicht sagen.

In Tegel soll eigentlich ein Wohn- und Arbeitsquartier entstehen, dass seit Jahren in Planung ist. Lederer sagte am Dienstag, er gehe davon aus, dass in Terminal A/B dieses Projekt nach Übergabe der Gebäudeteile an den Eigentümer wie geplant fortgesetzt werden könne. Er wies allerdings auch darauf hin, dass aufgrund der derzeit angespannten Weltmarktlage bei Bauvorhaben jeglicher Art Verzögerungen bestünden.

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