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Asphalt, der der Hitze trotzt: die 2015/16 sanierte Nordbahn des Schönefelder Flughafens.
© Bernd Settnik/dpa

Berlins Flughafen und Extremtemperaturen: BER hitzefester als London-Luton – doch es fehlen Mega-Jalousien

Die beiden Rollbahnen am Berliner Airport können nicht schmelzen wie anderswo. Trotzdem hat auch der BER mit den heißen Temperaturen zu kämpfen.

Keine Schmelz-Gefahr am BER. Am Willy-Brandt-Flughafen sind jedenfalls keine Zustände wie am Londoner Airport Luton zu befürchten, wo jetzt in der Jahrhunderthitze die Oberfläche des Rollfeldes dahinschmolz, deshalb Flüge gestrichen und umgeleitet werden mussten und selbst die Royal Airforce ihre dortige Militärbasis nicht anfliegen konnte.

Doch so etwas kann, da sind sich die Verantwortlichen der von BER-Chefin Aletta von Massenbach geführten Flughafengesellschaft Berlins Brandenburgs und des Bundes (FBB) sicher, am hiesigen Airport glücklicherweise schon wegen der baulichen Gegebenheiten nicht passieren.

„Bei uns schmilzt nichts!“, versichert FBB-Sprecherin Sabine Deckwerth. Die 4000 Meter lange südliche Start- und Landebahn sei aus Beton. Und die ältere Nordbahn aus DDR-Zeiten sei erst vor einigen Jahren komplett saniert worden, bestehe nun aus einem „hitzebeständigen, hochwertigen Asphalt“.

Zudem würden die Rollbahnen, unabhängig von der Witterung, alle vier Stunden kontrolliert, "auf gefährliche Gegenstände, auf Risse. Dann wird natürlich sofort gehandelt", sagt Deckwerth. „Dieser Pistencheck findet ständig statt.“ Wenn eine Bahn gesperrt werde, könne der gesamte Verkehr auf  die andere Bahn gelenkt werden. Selbst wenn die Temperaturen in diesen Tagen neue Rekordwerte erreichen, sagt Deckwerth, "erwarten wir keine Einschränkungen bei Starts und Landungen“.

Auf dem Vorfeld ist es schon mal 60 Grad heiß

Aber natürlich macht die Hitze auch am Flughafen zu schaffen. Und zwar insbesondere den Mitarbeitern der drei BER-Bodendienstleister Aeroground, WISAG und Swissport, die auf dem Vorfeld tätig sind, also etwa die Flugzeuge entladen. Denn die flimmernde Hitze lässt dort die Temperaturen auf bis zu 60 Grad Celsius ansteigen.

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Klar ist, dass die mit extremen Temperaturen verbunden Arbeitsschutzpflichten auch am BER von allen Firmen erfüllt werden müssen. So seien ausreichend zusätzliche Getränke bereit zu stellen und Sicherheitsschuhwerk vorgeschrieben, sagt Deckwerth.

BER-Brandmeldeanlage nachgerüstet: Keine Fehlalarme mehr

Und im BER-Terminal selbst? Das ist natürlich klimatisiert. Und von früheren Fehlalarmen wie in der Anfangszeit nach der Inbetriebnahme, wo bei ungünstigem Sonneneinfall - wenn die Sonne zu tief stand - wiederholt die Brandmelder der einst als „Monster“ berüchtigten Brandschutzanlage losgingen, war lange nichts mehr zu hören.

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Die komplizierte Anlage mit drei Meldezentralen und zig tausend Brandmeldern ist in der Zwischenzeit nachjustiert worden. Außerdem wurden als Zusatzcheck, ob es wirklich brennt, zusätzliche Kameras installiert - um nicht grundlos das Terminal zu räumen. "Zwei-Melde-Einheit", lautet der Begriff dafür. Das heißt, die Doppel-Anlage „erkennt“  automatisch, ob es sich um einen Fehlalarm handelt oder nicht. "Dieses System ist seit diesem Jahr in Betrieb, seitdem gab es wegen der Sonneneinstrahlung keine Fehlalarme im T1 mehr", sagt Deckwerth.

Im Südpier ist es am wärmsten: Noch fehlen neue Jalousien 

Wer allerdings sein Büro im Süden des Terminals hat, das betrifft Bundespolizei, Brandenburger Landespolizei oder Mitarbeiter von Easyjet und Lufthansa, hat Pech. Dort wird es nun noch heißer als ohnehin schon, dort stößt die Klimaanlage an Grenzen. Eigentlich sollen dort die Glasfronten zur Südbahn mit 3,6 Millionen Euro teuren Außenverschattungen nachgerüstet werden. Doch die neuen Mega-Jalousien sind am BER noch nicht installiert. Und schon bei normalem Sonnenschein waren im Südpier die Temperaturen auf über 26 Grad gestiegen, der Grenze der Arbeitsstättenverordnung.

Das Problem, dass die Sonne an der Südseite wie überall auf der Welt am kräftigsten wirkt und nun auch den BER aufheizt war während der zehnjährigen Sanierung des Airport-Neubaus niemandem aufgefallen - sondern erst eineinhalb Jahre nach Inbetriebnahme. Schwitzen musste deshalb letztes Jahr das BER-Management im Aufsichtsrat.

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