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Foto: Peter endig/dpa
© picture alliance / dpa

Hausverbot in Oberstufenzentrum: Berliner Berufsschullehrer nach Holocaust-Vergleich vom Dienst freigestellt

Ein Berliner Lehrer verglich in Youtube-Videos die Impfkampagne mit dem Holocaust. Nun wurde er vorerst vom Dienst suspendiert.

Ein Berufschullehrer in Berlin hat erneut mit Beiträgen auf seinem Youtube-Kanal für Empörung gesorgt. So veröffentlichte er in einem davon eine Fotomontage mit der Formulierung „Impfung macht frei“. Die Nationalsozialisten hatten den zynischen Schriftzug „Arbeit macht frei“ über den Eingangstoren mehrerer Konzentrationslager angebracht.

Sprüche wie „Impfung macht frei“ seien absolut inakzeptabel, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Mittwoch. „Für mich ist ganz klar, dass solch eine Person nicht mit Kindern und Jugendlichen zusammenkommen darf, nicht als pädagogische Kraft im Unterricht.“

Disziplinarisch werde bereits gegen den Mann vorgegangen. „Ich kann keine Details dazu sagen. Wir sind in intensiven Auswertungen“, so die Senatorin. Nach RBB-Informationen vom Mittwoch ist der Lehrer am Dienstag vom Dienst freigestellt worden. Außerdem soll ihm ein Hausverbot für das Oberstufenzentrum erteilt worden sein, an dem er unterrichtet hatte. Ein Sprecher der Bildungsverwaltung kommentierte das nicht. Bereits am Dienstag hatte RBB über den Fall berichtet.

Der Lehrer selbst sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch zu disziplinarischen Schritten gegen ihn: „Das ist eine blanke Androhung, die mein Anwalt parieren wird.“ Denn gegen ihn liege nichts vor. „Es sind nur meine Videos, wo Leute meinen, Lehrer dürften solche Videos nicht veröffentlichen.“

Zu der von ihm benutzten Fotomontage sagte er, er finde das nicht problematisch und betonte, die Aussage sei bei ihm mit einem dicken roten Fragezeichen versehen. Ihm sei es darum gegangen zu hinterfragen, ob Impfen frei mache.

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In einem weiteren Video wandte er sich nach Beginn des neuen Schuljahrs gegen die Impfaktionen an Oberstufenzentren, die die Berliner Bildungsverwaltung angekündigt hatte. Der Berufsschullehrer war bereits im letzten Spätherbst mit Youtube-Videos zur Corona-Pandemie aufgefallen, in denen er die Gefahr des Coronavirus relativiert unter anderem erklärt hatte, Maske tragen sei dumm. Er hatte anschließend eine Abmahnung erhalten. (dpa)

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