"Fridays for Future" : Pankows Bürgermeister vergleicht Schülerstreiks mit DDR-Montagsdemos

Pankows Bezirksbürgermeister Benn ruft zur Unterstützung der Schülerstreiks für mehr Umweltschutz auf. Er sieht eine friedliche Revolution wie einst in der DDR.

Pankows Bürgermeister Sören Benn.
Pankows Bürgermeister Sören Benn.Foto: Sven Darmer

Pankows Bürgermeister Sören Benn (Linke) ruft zur Unterstützung der Schülerbewegung „Fridays for Future“ auf. "Der Klimastreik ist kein Vorwand zum Schuleschwänzen, sondern Teil einer Jugendbewegung, die es nicht hinnehmen will, eine ökologisch verhunzte Welt hinterlassen zu bekommen", so Benn zum Tagesspiegel.

"Jugendliche sollten darin bestärkt werden, sich nicht vertrösten zu lassen, sondern jene, die die Macht haben, die Dinge voranzutreiben, selbst zu treiben." Vergangenen Freitag hatten mehr als 20.000 Schüler allein in Berlin für die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens demonstriert.

Auch am morgigen Freitag wollen sie wieder auf die Straße gehen. Benn stellte eine Verbindung zwischen den Schülerprotesten und den Montagsdemonstrationen in der ehemaligen DDR 1989 her: "Im 30. Jahr der friedlichen Revolution kann man eigentlich nur sagen: Richtig so, mehr davon. Politisch werden und bleiben!"

Man solle sich „nicht ins Bockshorn jagen lassen, dass es wegen der Wirtschaft mit dem Klimaschutz leider nicht so schnell wie gewünscht gehe könne“, so Benn. Stattdessen solle jeder „die Kinder darin unterstützen, sich zu engagieren“.

Einen Beitrag könne jeder Einzelne, auch er selbst leisten: "Beim Einkaufen immer einen Beutel mitnehmen, möglichst Unverpacktes kaufen, auf regionale Erzeugung achten. Wer sich's leisten kann, sollte Bio kaufen, weniger Fleisch essen. Müll trennen, bewusst mit Strom und Wärme im Haushalt umgehen, möglichst viele Wege ohne das Auto zurücklegen." Außerdem solle man den "Druck auf die Politik aufrecht erhalten, die Verkehrswende tatsächlich auch baulich-investiv zu unterstützen".

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