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Küstennebel in Berlin-Spandau. Die "MS Tempelhof" im Januar 2014 am Kladower Hafen.

© André Görke

Berlin am Wasser: Mit dem neuen BVG-Boot über den Wannsee

Im Sommer ist sie die populärste und größte der BVG-Fährlinien in Berlin - und ständig überfüllt. Jetzt setzt die BVG ein neues Boot zwischen Kladow und Wannsee ein.

Ein heißer Kaffee unter Deck? Leider nein, der Kiosk ist schon lange zu auf der „MS Tempelhof“, es riecht nach muffiger Heizung. Auf den Plastikstühlen sitzen hier Tag für Tag nur wenige Leute: Berufspendler von Kladow nach Wannsee, Fahrgäste der BVG- Fähre „F 10“.

Im Sommer ist hier im tiefsten Südwesten der Stadt der Irrsinn los. Da ist nicht die kleine, alte „MS Tempelhof“ unterwegs, sondern die „MS Lichterfelde“. Ein stattlicher Kahn für 300 Menschen, der trotzdem ständig überfüllt ist mit Ausflüglern, die rüberwollen ins Dorf, nach Kladow – ein normales BVG-Ticket genügt. Seit den Kriegstagen 1944 ist die Fähre im Einsatz zwischen den beiden Häfen.

Die größte und populärste der BVG-Fähren hat nun ein neues Schiff: Ende Januar startete das Boot in Wannsee erstmals zur 20-Minuten-Fahrt ans Spandauer Ufer. Vorbei an den Villen, dem Strandbad Wannsee, den Lastpötten, Schwanenwerder, Kälberwerder und der Naturschutzinsel Imchen am Kladower Hafen. Hin und zurück, Tag für Tag, auch im Winter, wenn es nicht gerade nebelig ist oder das Wasser gefroren.

Elektrisch betrieben – wie etwa neuerdings in Rahnsdorf – wird die Fähre nicht, teilte die BVG mit, sondern mit einem schadstoffarmen Dieselmotor angetrieben. Das neue Schiff ist 45 Meter lang und acht Meter breit; 300 Fahrgäste finden darauf Platz – wie auf der „MS Lichterfelde“. Dafür ist das neue Boot zehn Meter länger. Der Fahrgastraum soll voll beheizt sein.

Im neuen Boot befinden sich mehr als 150 Sitzplätze, knapp 40 davon sind Klappsitze. Es gibt fünf Rollstuhlplätze (und eine hydraulisch ausfahrbare Rampe) sowie 60 Fahrradstellplätze – denn gerade an den Radstellplätzen spielen sich oft Dramen ab, wenn die letzten Ausflugsradler in Kladow nicht mehr aufs Boot passen und somit einen 25 Kilometer weiten Rückweg strampeln müssen: einmal gen Norden bis zur Heerstraße und anschließend auf der anderen Uferseite wieder gen Süden.

- Der Autor ist Redakteur des Tagespiegels. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin des Tagesspiegels.

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