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Berlin-Spandau : Kind mit Schreckschusswaffe vor Schule - Polizei findet Pistole

Die Waffe wurde gefunden, auch die Schulsenatorin äußerte sich. Offenbar handelte es sich um ein verhaltensauffälliges Kind aus einer Willkommensklasse.

Foto: Patrick Pleul/dpa

Der Schreck war groß: An der Carl-Schurz-Grundschule im Spandauer Ortsteil Hakenfelde wurde am Dienstag kurz vor acht Uhr ein elf Jahre altes Kind mit einer Pistole gesehen. Ein Notruf wurde abgesetzt, die Polizei kam zur Schule. Es waren auch Hubschrauber im Einsatz.

Am Nachmittag teilte die Polizei mit, dass sie die Waffe in der Nähe der Schule gefunden habe. Eine Schreckschusswaffe, aber ohne Munition. „Von wem das Kind die Waffe hat, ist noch nicht bekannt“, sagte ein Sprecher. Von wem der Notruf kam, war unklar.

Bei dem Kind handelt es sich nach Tagesspiegel-Informationen um einen Flüchtling, der auch in einer Willkommensklasse unterrichtet wurde. Er fiel schon früher wegen seines Verhaltens auf und ist für Einzelunterricht vorgesehen. Danach soll er nach den bisherigen Planungen in eine Klinikschule kommen, in der psychisch auffällige Kinder unterrichtet werden. Ob der Junge traumatisiert ist, das ist nicht bekannt.

Keine Bedrohungslage gegen Kinder oder Lehrer

Das Kind floh offenbar nach Hause und wurde an seiner kilometerweit entfernten Wohnanschrift aufgegriffen. Eine Bedrohungslage gegen Kinder oder Lehrer gab es nicht. Am Dienstagmittag teilte die Senatsverwaltung für Bildung mit, dass der Unterricht wieder aufgenommen werde. „Ich bin sehr erleichtert, dass diese Situation glimpflich ausgegangen ist“, sagte Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD). Krisenteams und Schulpsychologen waren vor Ort.

Beate Stoffers, die Pressesprecherin der Schulverwaltung, betonte, dass Lehrer und Sozialarbeiter generell sehr auf Verhaltensauffälligkeiten achteten und im Bedarfsfall Schulpsychologen einschalteten.

„Bei solchen Kindern sind viele Betreuer eingebunden, und überlegen, wie man helfen kann. So war es auch im Fall dieses Kindes.“ Wenn es Auffälligkeiten gebe, dann gebe es verschiedene Möglichkeiten zu reagieren. „Es gibt zum Beispiel Klassen- oder Schulhilfe-Konferenzen.“

Auch aus Sicht des Schulpsychologen Matthias Siebert, der im Bezirk Steglitz-Zehlendorf arbeitet, funktioniert in Berlin generell diese Art von Frühwarnsystem. „Sehr viel hängt davon ab, wie schnell jemandem etwas auffällt und wie er damit umgeht. Der kollegiale Austausch ist sehr wichtig. Man muss bei Bedarf auch in Kontakt mit Schulleitung oder Eltern gehen.“

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