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Ein Schneeräumfahrzeug reinigt den Fahrradweg vor der Siegessäule am Großen Stern.

© dpa/Kay Nietfeld

Bis minus 20 Grad im Berliner Umland: Viel Schnee, Wind und extreme Kälte

Bald kommt der Winter mit Wucht. Das angekündigte Wetter kann zum Problem für Menschen und Technik werden. Obdachlose sind in Lebensgefahr.

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Berlin steht ein Wintereinbruch bevor wie lange nicht. Freitagfrüh soll es kräftig zu schneien beginnen. Dazu frischt der Wind auf, was bei leichtem Dauerfrost für alle unangenehm und für wohnungslose Menschen lebensgefährlich werden kann. Böen um 50 Kilometer pro Stunde – also Stärke 7 – erwartet Jörg Riemann, Chefmeteorologe der „Wettermanufaktur“ in Berlin. Solcher Wind ist normalerweise wenig kritisch, aber dürfte nun starke Schneeverwehungen verursachen.

Freitagabend soll sich der Schneefall noch verstärken. Zehn bis 20 Zentimeter dürften bis Samstagabend zusammenkommen, prophezeit Riemann. Danach zieht das Tief südostwärts ab und macht den Weg frei für extrem kalte Luft aus Skandinavien: Auf minus 15 Grad soll es selbst in Berlin über Nacht abkühlen. „In Brandenburg können es über dem Schnee auch minus 20 werden“, sagt Riemann.

Am Sonntag bleibt es sogar tagsüber mindestens minus zehn Grad kalt

Der Wind flaut dann zwar ab, aber am Sonntag dürfte das Thermometer selbst tagsüber im zweistelligen Minusbereich bleiben. Auch die Nacht zum Montag wird bitterkalt, tagsüber kann es wieder schneien. Für die Tage danach rechnen zwar manche Wettermodelle mit einem Ende des Dauerfrostes, aber Riemann prophezeit: „Die gesamte Woche wird kalt bleiben mit höchstens null Grad tagsüber.“

Wie werden die E-Busse der BVG die Kälte meistern?

Die Aussichten fürs Wochenende sprechen also dafür, unnötige Ausflüge und Reisen zu vermeiden. Denn bei zweistelligen Minusgraden kommt auch manche Technik an Grenzen: Das Tausalz, mit dem die BSR die Hauptstraßen freihält, wirkt deutlich schlechter, und bei der S-Bahn steigt erfahrungsgemäß die Zahl der Störungen massiv an, wenn Schnee in die Weichen geweht wird. Zudem steigt die Gefahr von Schienenbrüchen. Bei der BVG dürfte spannend werden, ob die Akkus der inzwischen zahlreich eingesetzten Elektrobusse durchhalten.

Die Kältehilfe koordiniert die Hilfe für Obdachlose

Wohl denen, die es sich bei funktionierender Heizung und Stromversorgung sowie gefülltem Kühlschrank gemütlich machen können. Umso wichtiger ist es, ein Auge auf jene zu haben, die vielleicht Hilfe brauchen – die gebrechlichen Nachbarn, die wegen der Glätte nicht einkaufen können, oder Obdachlose, für die solches Wetter akut lebensgefährlich sein kann.

Wer ein Bett braucht, bekommt auch eins.

Motto der Sozialverwaltung für die Obdachlosenhilfe im Winter

Wer möglicherweise hilfsbedürftige Obdachlose bemerkt, sollte ihnen höflich Hilfe anbieten. Die Berliner Kältehilfe listet online die Kontakte und Einsatzzeiten von Hilfsangeboten auf und betreibt außerdem eine App. Wenn Obdachlose die Hilfe bewusst ablehnen, kann auch die Polizei nicht zwingen, sich an einem wärmeren Ort in Sicherheit zu bringen. Wenn sie sich jedoch erkennbar in Not oder Gefahr befinden, sollte man den Notruf 112 oder die 110 wählen.

Die Koordinierungsstelle der Berliner Kältehilfe veröffentlicht immer mittwochs Zahlen zur Auslastung der Obdachlosenunterkünfte. In der letzten Woche 2025 standen demnach 1126 Schlafplätze zur Verfügung, die zu 90 Prozent ausgelastet waren. Tagesaktuelle Informationen zu freien Plätzen werden auf Facebook bereitgestellt.

Nach Auskunft der Sozialverwaltung soll in den nächsten Tagen eine weitere Unterkunft mit 50 Plätzen eröffnet werden. Maxime für den Winter sei: „Wer ein Bett braucht, bekommt auch eins.“

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