
© IMAGO//Thomas Trutschel
„Bitte bewegt euch vorsichtig“: Deutscher Wetterdienst warnt vor Glatteis in Berlin – Polizei meldet mehr Unfälle
Glatte Straßen durch überfrierenden Regen: So zeigt sich das Wetter am Dienstag in Berlin. Beim Autofahren oder bei Wegen zu Fuß ist äußerste Vorsicht geboten.
Stand:
Durch überfrierenden Regen auf dem eiskalten Boden herrscht am Dienstag Glatteisgefahr in Berlin. Die amtliche Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist zwar seit 8 Uhr aufgehoben, noch bis zum Mittag wird aber weiter vor markanter Glätte gewarnt. Es bestehe erhöhte Glättegefahr durch gefrierende Nässe.
Nach Angaben eines Polizeisprechers kam es in Berlin in der Nacht und am Dienstagmorgen zu einer „erhöhten Anzahl an Verkehrsunfällen“. Zwischen Montag, 22 Uhr, und Dienstag, 8 Uhr, habe die Polizei 62 Unfälle registriert. Zum Vergleich: In der Vorwoche waren es im gleichen Zeitraum 33 Verkehrsunfälle.
Die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) warnte am Morgen auf der Plattform „Bluesky“: „Bitte bewegt euch vorsichtig, besonders auf den Nebenstraßen und Gehwegen ist es spiegelglatt!“

© dpa/Jens Kalaene
Außerdem teilte die VIZ mit, dass der Tiergartentunnel weiterhin gesperrt sei. Nachdem er seit dem späten Montagabend geschlossen ist, müsse vor der Freigabe zunächst die Fahrbahn von Eis befreit werden. Das gestalte sich etwas komplizierter, weil die Fahrbahn in den Tunnel bergab führe, erklärte die VIZ. Die BSR befahre den Tunnel nun ein zweites Mal, in der Hoffnung, dass er danach freigegeben werden kann.
Vereinzelt Verspätungen bei der BVG
„Bitte seid vorsichtig und informiert euch vor Fahrtantritt über mögliche Verkehrseinschränkungen“, riet auch die BVG ihren Fahrgästen am Dienstag. Im Nachtverkehr habe es zunächst nur geringe Einschränkungen gegeben. „Durch zunehmende Glätte ging es am Morgen auf den Straßen vielerorts nur langsam voran“, teilte die BVG mit. Davon seien auch die BVG-Busse betroffen gewesen. Es hätten aber nur vereinzelt Streckenabschnitte wegen Eisglätte vorübergehend gesperrt werden müssen.
Verspätungen gab es am Dienstagmorgen nach BVG-Angaben auch auf einigen Straßenbahnlinien durch vereiste Oberleitungen. Auch auf oberirdischen Abschnitten der U2 und U3 kam es demnach zeitweise zu Verspätungen durch Eis auf den Stromschienen. Ein Spezialzug der BVG war im Einsatz, um die Eisschicht zu beseitigen. Das Unternehmen dankte der BSR, die mit allen Kräften im Einsatz sei.
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Bei der S-Bahn kam es am Dienstagmorgen laut Angaben auf der Webseite nicht zu wetterbedingten Störungen. Am Montag hatten witterungsbedingte Reparaturen an mehreren Weichen in der Stadt zu Verspätungen geführt.
Präsenzpflicht an Berliner Schulen nicht aufgehoben – Polizei warnt vor Betreten von Seen
Folgen für den Schulbetrieb hat das Glatteis – anders als in Brandenburg – nicht. Der Unterricht finde regulär statt, teilte die Bildungsverwaltung mit. Die sogenannte Präsenzpflicht in der Schule wurde also nicht aufgehoben.
„Gleichzeitig sind die Schulen angehalten, die Wetter- und Witterungslage aufmerksam zu beobachten und die Situation vor Ort verantwortungsvoll zu bewerten“, hatte ein Sprecher der Bildungsverwaltung am Montag erläutert.
Angesichts des Tauwetters warnt die Berliner Polizei zudem vor Lebensgefahr auf zugefrorenen Seen. „Betreten Sie keine Eisflächen“, schrieb die Behörde. Die gefrorenen Gewässer verlören mit den steigenden Temperaturen rasch ihre Tragfähigkeit. „Was gestern noch sicher wirkte, kann heute schon tückisch und dünn sein.“
Besonders im Uferbereich und an Stellen mit Strömungen werde es zuerst kritisch. Kinder sollte man nicht ohne Aufsicht an Gewässern spielen lassen und auch andere Menschen warnen. „Ein Schritt aufs Eis kann einer zu viel sein.“
Der Dienstag verläuft in der Region laut DWD neblig-trüb mit vereinzelten Regenfällen. Die Temperaturen erreichen null bis vier Grad. Eis und Schnee schmelzen laut Wetterdienst nur zögerlich ab, da die Böden weiter gefroren sind.
Trüb und bedeckt geht es in der Nacht zum Mittwoch weiter, vereinzelt fällt Regen. Dadurch kann es örtlich wieder zu gefrierender Nässe kommen, was für Glätte sorgt. Es kühlt ab auf zwei bis null Grad. Der Mittwoch wird bedeckt und regnerisch mit Höchstwerten zwischen vier Grad in der Uckermark und sieben Grad in der Elbe-Elster-Niederung.
In der Nacht zum Donnerstag stehen dichte Wolken am Himmel, zeitweise fällt leichter Regen, dazu kann es neblig werden. Die Temperaturen sinken auf zwei bis minus ein Grad. Sonne gibt es am Donnerstag nur vorübergehend, ansonsten sind Wolken und gebietsweise Hochnebel angekündigt. Die Temperaturen steigen auf zwei bis sechs Grad. (mit dpa)
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