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Mit Farbbeuteln beworfene Polizei stehen vor der teilbesetzten Rigaer Strasse 94.
© imago images/Bernd Elmenthaler

Hausbesetzer in Berlin-Friedrichshain: Bürgermeisterin Monika Herrmann für härteres Vorgehen in der Rigaer Straße

Die zuständige Bezirksbürgermeisterin kritisiert die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden - und fordert entschlosseneres Handeln gegenüber Straftätern.

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Die scheidende Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), hat ein härteres Durchgreifen der Ermittlungsbehörden in ihrem Bezirk gefordert.

„Es ist nicht erklärlich, warum die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Rigaer Straße und im Görlitzer Park nicht mehr Ermittlungserfolge haben,“ sagte die 57-Jährige dem Tagesspiegel. An beiden Orten "brauche ich keine Sozialarbeiter hinschicken“.

Herrmann gibt ihr Bürgermeisterinnen-Amt auf und tritt im September zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses an.

Im Zusammenhang mit dem Vorgehen in der Rigaer Straße kritisierte die Grünen-Politikerin auch Innensenator Andreas Geisel (SPD): „Die Innenverwaltung versucht, über den Brandschutz das Haus zu räumen. Das geht gar nicht! Ich kann staatliches Handeln und Verwaltungshandeln nicht missbrauchen, weil ich mich auf einer anderen Seite nicht durchsetzen kann. Das ist für mich Willkür."

Herrmann plädierte stattdessen dafür, konsequent gegen kriminelle Umtriebe in dem teilbesetzten Haus vorzugehen.

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„Wenn da Straftäter im Haus sind – was ich überhaupt nicht anzweifele – dann muss die Polizei entsprechend agieren und in das Haus reingehen.“

Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg.
Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg.
© Paul Zinken/dpa

Die oft als träge kritisierte Berliner Verwaltung nahm Herrmann indes in Schutz. „Viele Politiker meinen ja, man müsse der Verwaltung zeigen, wo der Hammer hängt“, sagte sie. „Das ist eine Haltung, die mich wahnsinnig macht. Als würden da lauter Idioten sitzen. Es gibt so viele Kompetenzen in der Verwaltung. Die muss nur mal jemand abrufen!"

Das Interview erscheint in voller Länge in der Sonntagsausgabe des Tagesspiegels und Sonntagmorgen auch online.

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