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Ein Elektro-Gelenkbus unter der Ladesäule an der Hertzallee nahe dem Bahnhof Zoo

© Nils Kremmin / BVG

Geladen wird der Bus per Pantograf: BVG elektrifiziert die Linie 200

Die BVG fährt jetzt die Linie 200 mit 17 neuen Gelenkbussen elektrisch. Geladen werden sie innerhalb von Minuten an den Endstationen.

Die BVG setzt ab sofort auch elektrische Gelenkbusse im Linienbetrieb ein. 17 Fahrzeuge des polnischen Hersteller Solaris vom Typ Urbino 18 electric übernehmen nun Stück für Stück den Betrieb auf der Linie 200.

Bislang gab es nur elektrische Eindecker. Bei den Doppeldeckern gibt es diese Technik zunächst nicht, zuletzt sind 200 Diesel-Doppeldecker in England bestellt worden, der erste soll im Oktober in Berlin eintreffen. 

Die elektrischen Gelenkbusse werden die Luft in der Innenstadt verbessern, hieß es. Genau wie herkömmliche Gelenkbusse sind die Neuzugänge 18 Meter lang und bieten Platz für 99 Fahrgäste. Erstmals in Berlin werden die neuen Busse innerhalb weniger Minuten per Pantograf an den Endhaltestellen geladen, was ihnen während des Betriebes eine unbegrenzte Reichweite ermöglicht. 

Die dazu benötigten Schnellladesäulen lieferte die Firma Siemens. Je zwei wurden an den Haltestellen Michelangelostraße und Hertzallee in Betrieb genommen, eine wurde auf dem Betriebshof in der Indira-Gandhi-Straße installiert. 

Die neuen Busse kosten 16,7 Millionen Euro. Davon übernimmt die BVG jene Kosten, die für vergleichbare Dieselbusse angefallen wären. Im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität wird das E-Metro-Bus-Projekt mit 4,3 Millionen Euro durch das Bundesverkehrsministerium gefördert. Die restlichen Mehrkosten übernimmt das Land Berlin. Am Donnerstag wurden die neuen Busse in Berlin vorgestellt. 

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte am Donnerstag bei der Vorstellung: „ÖPNV-Busse legen täglich tausende Kilometer in deutschen Städten zurück. Und je mehr E-Busse in Berlin unterwegs sind, desto sauberer wird auch die Luft. Da die Busse jetzt auch schnell geladen werden können, ist die Reichweite kein Problem mehr. Ich hoffe sehr, dass sich viele Verkehrsunternehmen an der BVG ein Beispiel bei der Umstellung ihrer Flotte nehmen.“

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In anderen Ländern seien die klimafreundlichen Busse bereits üblich, sagte Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Die Berliner Flotte solle in zehn Jahren komplett fossilfrei unterwegs sein. "Ich freue mich, dass Berlin hier Maßstäbe setzt, um den Verkehr wirksam zu dekarbonisieren.“

Insgesamt gibt es bereits 67 elektrische Eindecker im Linienbetrieb der BVG. "Rund die Hälfte unserer Fahrzeuge sind Gelenkbusse, weshalb wir gespannt sind, sie nun in der elektrisch angetriebenen Variante testen zu können", sagte Rolf Erfurt, BVG-Vorstand Betrieb. 

Die BVG hat sich für das Projekt „E-Metro-Bus“ zu einer Forschungskonstellation mit der Technischen Universität Berlin und dem Reiner Lemoine Institut zusammengeschlossen. Die TU Berlin entwickelt im Rahmen des Projekts zum Beispiel ein E-Bus-Leitsystem mit besserer Reichweitenprognose, untersucht die energieeffiziente Nutzung von Heiz- und Klimasystemen und die Umweltbilanz der Busse. Zusätzlich hilft die TU Berlin bei der Entwicklung eines Betriebs- und Störfallkonzeptes. 

Das Reiner Lemoine Institut forscht in unterschiedlichen Szenarien, wie eine lokale, netzdienliche Versorgung der Ladestationen an den Haltestellen und im Depot umgesetzt werden kann. Außerdem hat es eine App entwickelt, mit der Fahrgäste den CO2-Abdruck ihrer Fahrt berechnen können und weitere Informationen zum Thema E-Busse und nachhaltige Mobilität finden.

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