Charlottenburg-Wilmersdorf : Die Autobahn am ICC könnte einen Deckel bekommen

Derzeit laufen die Vorplanungen für das Deckeln der Berliner Stadtautobahn am Dreieck Funkturm. Grundsätzliche Einwände gegen dieses Vorhaben hat im Abgeordnetenhaus keiner.

Und mittendrin die Autobahn. Die A 100 am ICC.
Und mittendrin die Autobahn. Die A 100 am ICC.Foto: Doris Spiekermann Klaas

Wir die Stadtautobahn am Autobahndreieck Funkturm gedeckelt? Keine der sechs Fraktionen im Abgeordnetenhaus hat grundsätzliche Einwände. Das wurde am Donnerstag bei der Debatte im Plenum sehr deutlich. Derzeit läuft die Vorplanung. Die Stadtentwicklungs- und Verkehrsverwaltung lassen von der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) ein stadtplanerisches Gutachten erstellen, das für Ende des Jahres erwartet wird. Nicht vor 2021 wird die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens möglich sein.

Oben drüber Wohnungen?

„Das Deckeln der Stadtautobahn am Dreieck Funkturm käme tatsächlich den Anwohnern sehr gelegen. Ebenso würde es sicherlich helfen, die Umgebung des ICC und des Zentralen Busbahnhofes aufzuwerten. Auch der Expansion der Messe Berlin wäre es dienlich“, sagte SPD-Fraktionsvize Ülker Radziwill. Bei der Entscheidung müssten Anwohnerinitiativen ebenso wie die Messe Berlin eingebunden werden. Die Abgeordneten Katalin Gennburg (Linke), Daniela Billig (Grüne), Oliver Friederici (CDU) und Henner Schmidt (FDP) betonten, dass bei einer Überbauung die Anwohner vor Emissionen und Verkehrslärm geschützt werden würden. Frank Scholtysek (AfD) hob hervor, dass solche Baumaßnahmen ein Meilenstein sein könnten, um Wohnraum zu schaffen.

Die Geschichte der Berliner Stadtautobahnen
Januar 2017, Alltag im Berufsverkehr. Die Stadtautobahn, aufgenommen am Spandauer Damm.Weitere Bilder anzeigen
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17.03.2017 08:24Januar 2017, Alltag im Berufsverkehr. Die Stadtautobahn, aufgenommen am Spandauer Damm.

Der Autobahnverknüpfungspunkt ist stark belastet

Das Autobahndreieck Funkturm ist bundesweit der am stärksten befahrene und belastete Autobahnverknüpfungspunkt mit einer durchschnittlichen Belastung von rund 230.000 Kraftfahrzeugen pro Tag. Seit Eröffnung 1963 wurde dieser Abschnitt nicht grundsaniert. Auch die Brücken- und Verkehrsführung entspricht nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. In der Antwort auf eine Anfrage von Tino Schopf (SPD) sagte Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner, dass vom Umbau direkt die A 100 zwischen südlich der Halenseebrücken über die Bahn und Neue Kantstraße sowie die A 115 zwischen westlich der Cordesstraße bis Funkturm betroffen ist. Die Ausfahrt Kaiserdamm liegt nicht im Planungsbereich.

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