zum Hauptinhalt
Ein Foto dokumentiert die Zerstörung an einem Kunstwerk im Berliner Tierpark. 
© Büro Stefan Förster

Mosaik ist „Teil des kulturellen Erbes“: DDR-Kunstwerk im Berliner Tierpark beschädigt

Eines der letzten Kunstwerke der Berliner Künstlerin Ortraud Lerch hängt im Elefantenhaus des Tierparks. Dieses soll umgebaut werden. Bleibt das Bild sichtbar?

Von Robert Klages

Seit Herbst 2020 wird am Elefantenhaus im Tierpark gebaut, das Dach und Teile des Gebäudes wurden im Sommer 2021 abgetragen. Europas modernste Elefantenanlage soll hier auf einem vier Hektar großen Areal entstehen. Die Eröffnung ist für Herbst 2022 geplant.

Der Umbau ist der Grund, dass sich eines der letzten Kunstwerke der Berliner Künstlerin Ortraud Lerch (1939-2013) teilweise ungeschützt im Freien befindet. Wird das wertvolle Mosaik nicht mit der nötigen Sorgfalt behandelt? Zumindest wurde es zeitweise der Witterung ausgesetzt. Der FDP-Abgeordnete Stefan Förster ärgert sich darüber. 

Staatssekretärin Barbro Dreher von der Senatsfinanzverwaltung für Finanzen bezeichnet das 76 Quadratmeter große Wandmosaik mit dem Titel „Die Entwicklungsgeschichte der Rüsseltiere“ als bedeutendes Kunstwerk im öffentlichen Raum und Teil des kulturellen Erbes. Auf eine Anfrage von Förster antwortet die Senatsverwaltung, man sei der Ansicht, dass der Tierpark mit dem Kunstwerk pfleglich umgegangen sei.

Die schützende Holzkonstruktion sei beim Sturm Ende Januar beschädigt und zeitweise abgebaut worden. „Beschädigte Teile seien sichergestellt und eingelagert worden. Im Zuge der Verortung des Mosaiks an einem neuen Standort – wo bleibt offen – werde eine fachgerechte Reparatur erfolgen“, so Dreher. Förster fordert, das Werk sollte öffentlich sichtbar bleiben.

Mosaik steht nicht unter Denkmalschutz

Nachdem der Tagesspiegel am Freitag über das Thema berichtet hatte, fragte das Bezirksamt beim Tierpark nach. Dieser antwortet, das Mosaik stehe nicht unter Denkmalschutz. Trotzdem sei die Denkmalschutzbehörde über die Beschädigung bereits in Kenntnis gesetzt worden und begleitet den gesamten Vorgang.

[Mehr News aus dem Bezirk immer in unserem Lichtenberg-Newsletter vom Tagesspiegel. Einmal pro Woche, ganz unkompliziert und kostenlos bestellen unter leute.tagesspiegel.de]

Die Sicherung des Kunstwerkes sei Teil der gesamten Baumaßnahme "Umbau Dickhäuterhaus". "Der sehr aufwendige Abbau, die geordnete Einlagerung und die anschließende Wiederanbringung des Mosaiks befindet sich, inklusive dem Bau einer eigens dafür geplanten Wand im Vorbereich des Haupteinganges des Dickhäuterhauses, aktuell im Prozess der Ausschreibung."

"Die Beschädigung im unteren Bereich des Mosaiks ist uns bekannt", schreibt der Tierpark weiter. Die verursachende Firma sei bereits "gerügt worden". Der Schaden sei sehr bedauerlich und im Zuge der Abrissarbeiten der Halle entstanden. "Die Teile aus dem beschädigten Bereich konnten jedoch sofort gesichert werden und wurden eingelagert. Im Zuge der Wiederanbringung des Mosaikes wird auch diese Stelle fachgerecht wiederhergestellt werden."

Zur Startseite