zum Hauptinhalt
Etwa tausend Menschen demonstrierten am Samstag auf dem Kurfürstendamm ihre Solidarität mit den Protesten im Iran und für den Sturz des Mullah-Regimes.

© Dominik Lenze

„Die Mullahs müssen weg“: Rund tausend Unterstützer der iranischen Opposition demonstrieren in Berlin

Die Massenproteste im Iran stoßen auch in Berlin auf Resonanz. Gegner des Mullah-Regimes gingen am Samstag auf dem Kurfürstendamm auf die Straße. Viele haben einen Hoffnungsträger.

Stand:

Etwa tausend Unterstützer der iranischen Opposition haben am Samstagnachmittag auf dem Kurfürstendamm in Berlin gegen das Regime in Teheran demonstriert. Diese Schätzung vor Ort deckt sich mit den Angaben der Polizei. Die Versammlung lief einem Behördensprecher zufolge störungsfrei ab.

Anlass waren die anhaltenden Proteste in dem autoritär-islamistisch regierten Land, gegen die das Regime brutal vorgeht. Teilnehmer der Demonstration in Berlin skandierten laut „Die Mullahs müssen weg“ oder „Chamenei ist ein Mörder und Faschist“, bezogen auf den Machthaber Ali Chamenei.

Einige hundert Menschen demonstrierten am Samstag auf dem Kurfürstendamm ihre Solidarität mit den Protesten im Iran und für den Sturz des Mullah-Regimes.
Ein Wink in die Richtung vieler propalästinensischer Demonstrationen: „Wenn du dich um die Menschenrechte sorgst, sprich über den Iran.“

© Dominik Lenze

Einige hundert Menschen demonstrierten am Samstag auf dem Kurfürstendamm ihre Solidarität mit den Protesten im Iran und für den Sturz des Mullah-Regimes.
Viele machten ihre Sympathien für Mohammad Reza Pahlavi, den Sohn des Schahs, deutlich.

© Dominik Lenze/Dominik Lenze

Neben der iranischen Flagge zeigten die Demonstrierenden auch die Fahne Israels. Der jüdische Staat ist ein zentrales Feindbild in der Propaganda des Mullah-Regimes – und offenbar Hoffnungsträger für manche Gegner der religiösen Diktatur. „Nieder mit der islamischen Republik – mehr muss ich nicht sagen, oder?“, antwortete eine Teilnehmerin auf die Frage, weshalb sie die Flagge Irans und Israels schwenkte.

Iran-Protest am Kurfürstendamm: Viele setzen auf den Sohn des Schahs

Amir Tabatabaei, einer der Teilnehmer, kam 1979 als Student aus dem Iran nach Deutschland – genau in dem Jahr, als in seiner Heimat die sogenannte islamische Revolution stattfand und die Mullahs die Macht an sich rissen. „Es ist ein totalitärer, religiöser und faschistischer Staat“, sagt der Exil-Iraner. Verwandte könne er in seiner Heimat derzeit nicht sprechen, denn das Regime hat das Internet abgeschaltet.

An der Demonstration auf dem Kurfürstendamm nimmt er teil, um seine Unterstützung für die Proteste im Iran auszudrücken. Und er möchte ein Signal an die Bundesregierung senden: „Deutschland muss sich klar hinter die Proteste stellen“, sagt er. „Und ich finde, eigentlich müsste auch die iranische Botschaft hier geschlossen werden“, ergänzt er.

Viele Teilnehmer der Demonstration äußerten auch einen Wunsch, wer den Iran nach einem erhofften Sturz der Mullah-Diktatur regieren sollte: Mohammad Reza Pahlavi, der älteste Sohn des letzten Schahs im Iran.

So war eine große Iran-Flagge mit dessen Konterfei auf der Demo zu sehen, immer wieder skandierten Teilnehmer auch den Namen Pahlavis, zu sehen waren auch Transparente mit Aufschriften wie „Pahlavi for King“.

Das Schah-Regime hatte vor den Mullahs die Macht im Iran, war westlich orientiert, allerdings nicht demokratisch. Sohn Reza Pahlavi spricht sich für ein Referendum nach einem Sturz der Mullahs aus.

„Das Ziel muss sein, dass es freie Wahlen im Iran gibt“, sagt Demo-Teilnehmer Tabatabaei. Sollte es dazu kommen, würde er sich aber für Pahlavi aussprechen und ihn wählen.

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
false
isPaid:
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })