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Dilek Kalayci zieht sich zurück : Berlins Krisenmanagerin will nicht mehr ins Parlament und den Senat

Als Gesundheitssenatorin ist sie die zentrale Politikerin in der Coronakrise. Jetzt bahnt sich der Abgang von Dilek Kalayci an. Sie hat ihn gut vorbereitet.

Gerade überall gefragt: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).
Gerade überall gefragt: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung und SPD-Abgeordnete Dilek Kalayci wird bei den Wahlen im September nächsten Jahres nicht mehr für einen Sitz im Abgeordnetenhaus kandidieren. Auch dem Senat will sie nach der Legislaturperiode nicht mehr angehören.

„In mir ist schon lange der persönliche Entschluss gereift, kein Mandat mehr im Abgeordnetenhaus anzustreben und auch für eine etwaige weitere Aufgabe als Senatorin nicht mehr zur Verfügung zu stehen“, sagte die 53-Jährige

Ihr Ortsverband Friedenau nominierte an ihrer Stelle den 37-jährigen Bezirksverordneten Orkan Özdemir als Kandidaten für das Direktmandat im dortigen Wahlkreis.

Kalayci wollte sich am Mittwoch nach Angaben eines Sprechers angesichts der vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen in der derzeitigen Coronakrise nicht zu ihrer politischen Zukunft und zu den Gründen für einen Rückzug äußern.

Der Entschluss steht allerdings schon seit Monaten fest. Nach Informationen des Tagesspiegels hat die 53-Jährige bereits im Februar in SPD-Gremien angekündigt, dass ihre jetzige Amtszeit als Senatorin die letzte sein werde.

Damals – noch vor Beginn der Coronakrise in Berlin – wurde über die Nachfolge in ihrem Wahlkreis gesprochen. In der vergangenen Woche wurde sie vom Ortsverband einstimmig besiegelt.

2001 sorgte Kalayci gleich für Furore in der SPD

Den SPD-Vorsitz in ihrem Kreisverband Tempelhof-Schöneberg hat Kalayci bereits vor zwei Jahren aufgegeben, nachdem sie dort 14 Jahre an der Spitze der Sozialdemokraten gestanden hatte. Dem Abgeordnetenhaus gehört Kalayci bereits in der vierten Legislaturperiode an.

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Bei den Wahlen 2001 und 2006 gewann sie ihren Wahlkreis jeweils mit dem berlinweit besten Erststimmenergebnis für die Sozialdemokraten. Nach den Wahlen 2011 wurde Kalayci Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen und war von 2014 bis 2016 zudem Bürgermeisterin und Stellvertreterin des Regierenden Bürgermeisters. (mit dpa)

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