Ferienwohnungen in Berlin : Airbnb will mit Berliner Senat kooperieren

Die Plattform bietet technische Hilfe bei der Registrierung privater Vermieter an. Ein gemeinsames digitales System könnte den Prozess vereinfachen.

Hotel - nein danke. Ein Schlüssel mit einem Airbnb-Anhäger und eine Willkommenskarte liegen in einer Wohnung für den Gast bereit.
Hotel - nein danke. Ein Schlüssel mit einem Airbnb-Anhäger und eine Willkommenskarte liegen in einer Wohnung für den Gast bereit.Foto: Jens Kalaene/dpa

Ab 1. August gelten in Berlin strengere Regeln für alle, die privat Zimmer oder Wohnungen auf Plattformen wie Airbnb vermieten. Sie müssen in vielen Fällen eine Genehmigung einholen und sich beim Bezirksamt registrieren. Dabei bietet die US-Plattform ihre Hilfe an. Schon im Frühjahr hatten sich Airbnb-Mitarbeiter mit Senatsvertretern getroffen, in einem Schreiben an Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) erneuerten sie das Angebot. „Wir arbeiten inzwischen mit mehr als 500 Städten intensiv zusammen und wollen das auch gern mit Berlin“, sagte Chris Lehane, Global Head of Public Affairs and Public Policy bei Airbnb, im Gespräch mit dem Tagesspiegel.

Doch da eine solche Kooperation bislang nicht zu Stande kam, ist Airbnbs Cheflobbyist am Dienstag noch einmal in die Hauptstadt geflogen, um Sebastian Scheel, Staatssekretär für Wohnen, zu treffen. „Wir bieten unsere technische Hilfe an, um den Berliner Gastgebern zu ermöglichen, die Genehmigung und Registrierungsnummer digital und in Echtzeit zu erhalten“, sagt Lehane. „Für eine kurzfristige Umsetzung würden wir auch Programmierer nach Berlin holen.“

Hohe Gebühr für Genehmigung

Derzeit bietet der Senat Vermietern von Ferienwohnungen ein Formular für den Antrag an. Für die Genehmigung wird zudem eine Gebühr von 225 Euro fällig. Bei Airbnb sollen Nutzer dann die Registrierungsnummer in einem speziellen Feld eintragen können. Doch ein gemeinsames digitales Registrierungssystem könnte diesen Prozess vereinfachen, argumentieren die Amerikaner.

„Die Stadt könnte die dafür erforderlichen Daten auf unbürokratische Weise direkt von den Gastgebern erhalten", sagt Lehane. Er begegnet damit auch dem immer wieder von Senat und Bezirken erhobenem Vorwurf, Airbnb würde die Herausgabe von Nutzerdaten verweigern, um illegale Angebote zu verfolgen.

Airbnb auch in anderen Städten kooperationsbereit

Der Senat versucht seit vier Jahren mit dem Zweckentfremdungsverbotsgesetz dagegen vorzugehen, dass reguläre Wohnungen in Ferienappartements umgewandelt werden. Doch die Kontrolle und Verfolgung von Missbrauch der damit eingeführten Regeln gestalten sich schwierig. Konflikte gibt es in immer mehr Städten, daher gibt sich Airbnb kooperationsbereit. „Mit Frankfurt und Dortmund haben wir schon Vereinbarungen geschlossen, um die Tourismusabgaben automatisiert über die Plattform einzuziehen“, sagt Lehane. „Die Senatsverwaltung für Finanzen hat unser Angebot dazu leider abgelehnt.“

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