Gesundes Herz : Livestream aus dem Operationssaal

Tagesspiegel-Leser können im Herzzentrum Brandenburg jetzt live miterleben, wie Chirurgen und Kardiologen Herzen heilen.

Ein Chirurg bereitetin einem Operationssaal einen Herzklappenersatz für einen Patienten vor.
Ein Chirurg bereitetin einem Operationssaal einen Herzklappenersatz für einen Patienten vor.Foto: Oliver Berg/dpa

Sport tut dem Herzen gut. Doch wo sind die Grenzen zur Überlastung? Und was ist, wenn das Herz durch Krankheiten nicht mehr so leistungsfähig ist? Ist es dann mit dem Sport vorbei? Diese Fragen beantworten Ärzte jetzt per Livestream aus dem Herzzentrum Brandenburg in Bernau. Die Zuschauer können live dabei sein, wenn die Operateure eine kranke Herzklappe ersetzen und ein aus dem Rhythmus gekommenes Herz wieder in Takt bringen. Anlass ist der 27. Tag des Herzzentrums Bernau.

Die erste Operation, die gegen 10.15 Uhr im Livestream zu sehen sein wird, ist der Austausch einer erkrankten Herzklappe. Johannes Albes, Chefarzt der Herzchirurgie am Herzzentrum in Bernau, vergleicht das Herz mit einem Bodybuilder. Ist die Herzklappe zur Hauptschlagader, durch die das Blut in den Körper gepumpt wird, verengt, muss das Herz kräftiger schlagen, um trotzdem ausreichend Blut hindurchzubekommen.

"Die Muskulatur der linken Herzkammer wächst dadurch vergleichbar mit den Muskeln eines Bodybuilders", sagt Albes. Dies ist aber nur ein Kompensationsmechanismus, der vom Herzen nicht dauerhaft toleriert werde. "Über kurz oder lang wird aus dieser Belastungsanpassung eine Überlastung und aus dem Bodybuilder-Herz wird eine schlaffe Pumpe“.

Denn aufgrund der ständigen Überbeanspruchung schrumpft die Muskulatur und verliert so erheblich an Kraft. "Der richtige Zeitpunkt für einen Ersatz der Herzklappe ist also der Zeitpunkt, zu dem das Herz muskulär noch unter Saft und Kraft steht." Wird die Klappe ersetzt, kann das Herz wieder normal schlagen und in Ruhe abtrainieren.

Der zweite live übertragene Eingriff des Tages ist die Behandlung von Vorhofflimmern des Herzens, eine sogenannte Ablation. Dabei wird zunächst durch einen dünnen Schlauch, Katheter genannt, ein „Stromkabel“ bis zu den vier Lungenvenen vorgeschoben und der Zufluss der Blutgefäße in den Vorhof mit einem milden Hitzestrom ringförmig „verödet“. Der elektrische Unruheherd wird so befriedet. Den gleichen Effekt erreicht man auch mit intensiver Kälte.

Während der Übertragung stellt das Herzzentrum drei ehemalige Spitzensportlerinnen und -sportler vor, die sich einem Herzeingriff unterziehen mussten und danach weiter im höchsten Maße leistungsfähig sind. Zudem werden Übungen für einen herzgesunden Sport gezeigt.

Das Programm des Livestreams (Auszug):

10 Uhr Begrüßung

10:15 Uhr Live-OP Herzklappenersatz aus dem Hybrid-Herzoperationssaal

10:45 Uhr Gespräch: Das Herz ist nie zu krank für Bewegung

10:55 Uhr Eine virtuelle Reise durch das Herz

11:10 Uhr Live-OP Vorhofflimmer-Ablation aus dem Hybrid-Herzkatheterlabor

11:40 Uhr Bewegungsübung mit der ehemaligen Profi-Eiskunstläuferin Manuela Groß-Leupold

11:45 Uhr Gesprächsrunde: Wie hilft Sport gesunden Herzen gesund zu bleiben? - Herz- und Muskeltraining im Alter

11:55 Uhr Gespräch mit LIVE-Tischtennismatch mit dem ehemaligen Profi-Tischtennisspieler Dimitrije Bilic

12:20 Uhr Die Wahrheit über den Pflegealltag

12:25 Uhr Gespräch mit LIVE-Radduell mit dem ehemaligen Radprofi Werner Otto

13:00 Uhr Ende der Übertragung

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Der gesamte Livestream wird live und laienverständlich moderiert von Christian Butter, Chefarzt der Kardiologie und Johannes Albes, Chefarzt Herz- und Gefäßchirurgie am Immanuel Klinikum Bernau - Herzzentrum Brandenburg.

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