Giga-Factory in Grünheide : Tesla beginnt mit den Fällarbeiten in Brandenburg

Tesla hat in Grünheide mit der Rodung eines 91 Hektar großen Kiefernwaldes begonnen. Die ersten Arbeiten gingen am frühen Donnerstagabend los.

Wo die Gigafactory hin soll, muss der Wald weg.
Wo die Gigafactory hin soll, muss der Wald weg.Foto: Patrick Pleul/dpa

Für die geplante Europa-Gigafactory von Tesla bei Grünheide (Oder-Spree) wird das Baufeld freigemacht: Am früheren Donnerstagabend haben die Rodungsarbeiten in dem Kiefernwald nahe des Berliner Autobahnrings begonnen.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) verkündete den Startschuss, der im Tesla-Zeitplan für den geplanten Produktionsstart im Sommer 2021 liegt, via Twitter.

„Es geht los. Die Bauvorbereitung hat begonnen. Ein historisches Foto von vor wenigen Minuten“, schrieb er. Dazu zeigte ein Foto schweres Gerät beim Fällen.

Zuvor hatte das Landesamt für Umwelt die Zulassung des vorzeitigen Beginns für die Rodung des Waldes – und zwar von 91,56 Hektar – und für bauvorbereitende Maßnahmen wie das Anlegen von Baustraßen zu diesem Gebiet erteilt. „Das bedeutet, dass Tesla jetzt auf eigenes Risiko mit diesen Arbeiten beginnen darf, bevor abschließend über die Genehmigung entschieden ist“, heißt es in einer Mitteilung des Umweltministeriums.

Der Investor habe sich verpflichten müssen, „den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, falls die Genehmigung für das Vorhaben doch nicht erteilt werden kann.“ Die Genehmigung ist mit Auflagen zum Naturschutz-, Arbeits- und Lärmschutz verbunden. Da das Areal in einem Trinkwasserschutzgebiet liegt, dürfen etwa die Fällmaschinen nur außerhalb betankt werden. Es finde eine ständige Lärmmessung an den betroffenen Orten statt, hieß es.

Ausdrücklich betont das Umweltministerium, dass damit „keine Vorwegnahme der endgültigen Genehmigung verbunden“ sei. Parallel zu den Arbeiten auf Risiko und auf Kosten von Tesla läuft das eigentliche Genehmigungsverfahren für die vierte Gigafactory des US-Konzerns weiter, in der ab Juli 2021 die ersten Fahrzeuge und dann schrittweise bis zu 500.000 Elektroautos jährlich vom Band rollen sollen. Noch bis 5. März können Einwände vorgebracht werden, ehe die Behördenentscheidung fällt.

Tiere werden umgesiedelt

Die Fällarbeiten, die nun begonnen haben, müssen wegen der Brutperiode bis Ende Februar/Anfang März abgeschlossen sein. Waldameisen, Reptilien und fünf Fledermäuse werden umgesiedelt. Die Prüfung der umfangreichen Unterlagen auch für den vorzeitigen Baubeginn war für die Ämter eine Herausforderung.

„Ich bin stolz, dass die Verwaltung es geschafft hat, den vorzeitigen Maßnahmebeginn zu ermöglichen“, sagte Steinbach den Potsdamer Neuesten Nachrichten. „Wir setzen damit neue Maßstäbe im Behördenhandeln.“ Der Tesla-Konzern, der in den letzten Wochen öffentlich eher zurückhaltend war, verändert seine Informationspolitik.

Eine Homepage mit Fotos und Informationen wurde freigeschaltet. Angekündigt wurde, dass es sogar „Echtzeitsatellitenbilder“ über den Fortgang der Arbeiten für die geplante Elektroautofabrik geben soll. Wie berichtet, ist auch das Wasserproblem für die Tesla-Fabrik geklärt, das als größtes Hindernis galt.

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