Haus der Statistik : Neue Fassade kommt - aber erst ab 2022

Das Sanierungsprojekt Haus der Statistik am Alexanderplatz kommt voran: Jetzt wurde der Fassadenwettbewerb entschieden. Ob der Entwurf realisiert wird, hängt aber auch vom Budget ab.

Die neue Fassade kommt mit langen Fensterbändern daher. Vorgelagert ist ein begrünter Pavillon.
Die neue Fassade kommt mit langen Fensterbändern daher. Vorgelagert ist ein begrünter Pavillon.Simulation: de+architekten

Das Haus der Statistik ist eine gut erhaltene Ruine. Der zehnjährige Leerstand und erste Vorbereitungen für den inzwischen wieder abgesagten Abriss haben dem massiven Baukörper am Alexanderplatz erheblich zugesetzt. Der Gebäudekomplex aus den 70er Jahren soll in den kommenden Jahren innen und außen grundsaniert werden. Ein erster Wettbewerb zur Neugestaltung der Fassade ist jetzt entschieden. Gewonnen hat das Berliner Architekturbüro de+ architekten.

In dem Entwurf dominiert die Farbe Weiß, was dem Original sehr nahe kommt. Neu sind Brüstungselemente, die auf die Bestandsdecken montiert werden sollen. Und neu ist vor allem der geschwungene Pavillon, der vor dem nüchternen Bürohaus an der Otto-Braun-Straße entstehen könnte. Hier wäre Platz für Läden, Restaurants und Galerien. Der langgestreckte Pavillon soll eine grüne Fassade und einen öffentlichen Dachgarten bekommen. Auch die großen Dachflächen des Büroriegels sollen, wenn möglich, begrünt werden.

Haus der Statistik - Ruine am Alex
Am Alexanderplatz vergammelt ein riesiger Gebäudekomplex - das ehemalige Haus der Statistik. Das Land Berlin hat den Plattenbau vom Bund gekauft und will ihn für 125 Millionen Euro sanieren. - Foto: Chris Alban Hansen (CC: BY-SA 2.0)Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Fotos von verlorenen Orten in Berlin und dem Umland an leserbilder@tagesspiegel.de!Weitere Bilder anzeigen
1 von 510Chris Alban Hansen
17.04.2018 12:54Am Alexanderplatz vergammelt ein riesiger Gebäudekomplex - das ehemalige Haus der Statistik. Das Land Berlin hat den Plattenbau...

Ob der preisgekrönte Entwurf realisiert wird, hängt allerdings vom Verlauf der weiteren Planungen ab, und vom Budget des Projekts. Das Gebäude ist inzwischen vom Bund ans Land Berlin übertragen worden und soll von der landeseigenen Immobiliengesellschaft BIM saniert werden. Künftig sollen Teile der Landesverwaltung hier unterkommen, um Mietkosten zu sparen. Ein Neubau im hinteren Bereich des Grundstücks ist für das Bezirksamt Mitte und die BVV reserviert. Das wird aber noch dauern.

Öffentliche Planungswerkstatt ab September

Derzeit laufen die Ausschreibungen für den Projektsteuerer der Sanierung und die Planungsfirmen, erklärte die BIM auf Anfrage. "Ein zweiter Schritt ist die Quartiers- und Neubauentwicklung rund um das Haus der Statistik." Auf den Freiflächen hinter dem Gebäude sind Wohnungen geplant, dazu werden niedrige Bestandsbauten abgerissen. Das Gesamtkonzept für das Areal, in dem auch soziale und kulturelle Projekte realisiert werden sollen, wird ab September in einem öffentlichen Werkstattverfahren erarbeitet.

Weil sich Initiativen erfolgreich gegen den geplanten Abriss gewehrt hatten und zusammen mit dem Bezirk Mitte Konzepte für eine gemeinsame Nutzung von Flüchtlingen und Künstlern erarbeitet hatten, soll das Haus der Statistik nun als Joint Venture zwischen Senat, landeseigenen Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Initiativen entwickelt werden, konkret sollen BIM, Bezirk Mitte, Senatsbauverwaltung, Wohnungsbaugesellschaft WBM und das Bündnis Haus der Statistik gleichberechtigt an einem Tisch sitzen und mit allen interessierten Berlinern reden - wobei die unterschiedlich großen Nutzungsanteile der Gebäude bereits ausgehandelt und festgeschrieben wurden. 

Die ersten Mieter sollen laut BIM in fünf Jahren einziehen, also 2023. Die neue Fassade wird wohl erst in der Endphase der Sanierung entstehen, also ab 2022.

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