"HomeTown Berlin" am Bahnhof Zoo : Street-Art-Künstler bespielen Riesenradbrache

Das Gelände des gescheiterten Riesenradprojekts am Bahnhof Zoo wird zum Freiluftatelier „HomeTown Berlin“ für Street Art und Urban Art.

Cay Dobberke
Street-Art-Kultur auf dem Riesenrad-Areal: Künstler von „Wandelism“ vor einem Bus mit ihrem Motto „The Spirit of hometown“.
Street-Art-Kultur auf dem Riesenrad-Areal: Künstler von „Wandelism“ vor einem Bus mit ihrem Motto „The Spirit of hometown“.Foto: Cay Dobberke

Mit Kunst, Musik, Performances und Streetfood eröffnet das Street-Art-Projekt „HomeTown Berlin“ am Sonnabend, 16. Juni, um 12 Uhr neben dem Bahnhof Zoo auf dem Brachgelände des früheren Riesenradprojekts an der Hertzallee 41. Das „Künstlerdorf“, wie es die Veranstalter nennen, ist noch im Aufbau. Deshalb wird die Auftaktparty als „Richtfest“ angekündigt: „Wohin die Reise geht, weiß noch niemand.“ Der Eintritt kostet fünf Euro. Ursprünglich war von freiem Eintritt die Rede gewesen. Doch leider müssten die Künstler „recht viel Miete zahlen für das Areal“, begründet ein Sprecher die Änderung.

Zweites Projekt der Künstlergruppe "Wandelism"

Hinter „HomeTown Berlin“ steht das Kollektiv „Wandelism“. Schon im vorigen März bis April hatte es mit seiner Street-Art-Schau in einem früheren Wilmersdorfer Autohaus viele tausend Besucher angelockt. Durch „Zwischennutzung, Kooperationen und mit unkonventionellen Ideen“ will man „Zeichen setzen gegen die Verdrängung von Kunst und Kultur“ aus dem Berliner Zentrum.

Die Open-Air-Ausstellung läuft bis zum 3. Oktober (donnerstags bis sonntags von 12 bis 24 Uhr). Der Eintritt soll drei bis zehn Euro kosten – abhängig vom Begleitprogramm am jeweiligen Tag. Was viele Interessierte freuen dürfte: Die Künstler rechnen nicht mit langen Warteschlangen am Eingang, weil die Besucherzahl auf dem Freigelände nicht so stark reglementiert werden muss wie in Gebäuden.

Auf längere Sicht plant der heutige Eigentümer des Riesenrad-Areals, der Münchener Unternehmer Oliver Reiß, ein Hochhaus sowie kleinere Bauten mit Büros und Studentenwohnungen. Quer über das Gelände verläuft die Bezirksgrenze zwischen Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) ließ sich im Berliner Senat wegen der „außergewöhnlichen stadtpolitischen Bedeutung“ die Federführung übertragen. Manche Bezirkspolitiker wie der Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) fühlen sich weitgehend ausgebootet.

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