• Hunderte Mieter rausgeworfen: So oft lassen Berliner Wohnungsgesellschaften zwangsräumen
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Hunderte Mieter rausgeworfen : So oft lassen Berliner Wohnungsgesellschaften zwangsräumen

213 Mietverhältnisse haben die Landesfirmen im laufenden Jahr durch Zwangsräumungen beendet. Bis zum Jahresende dürfte die Zahl noch deutlich ansteigen.

Zum Vergleich: Im Jahr 2018 führten die sechs größten landeseigenen Wohnungsunternehmen 418 Zwangsräumungen durch.
Zum Vergleich: Im Jahr 2018 führten die sechs größten landeseigenen Wohnungsunternehmen 418 Zwangsräumungen durch.Foto: Tsp

Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften haben im laufenden Jahr 213 Mietverhältnisse durch Zwangsräumungen beendet. Das geht aus einer schriftlichen Anfrage des FDP-Politikers Thomas Seerig hervor, die dem Tagesspiegel exklusiv vorliegt. Da die Stichtage für die durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung koordinierte Abfrage zwischen dem 30. Juni und dem 20. September liegen, dürfte ihre Zahl am Jahresende noch deutlich höher liegen.

Zum Vergleich: Im Jahr 2018 führten die sechs größten landeseigenen Wohnungsunternehmen 418 Zwangsräumungen durch, die meisten davon entfielen auf die Gewobag (105) und Howoge (102). 2017 lag der Wert noch deutlich höher.

Seerig, Sprecher für Sozial- und Behindertenpolitik der FDP-Fraktion, kritisierte die Zwangsräumungen und erklärte, angesichts des überhitzten Wohnungsmarktes dürften die Betroffenen große Probleme haben, eine neue Bleibe zu finden. Er warf dem rot-rot-grünen Senat vor, seine Vorbildfunktion zu verletzen.

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Der für den Bereich Wohnen zuständige Staatssekretär Sebastian Scheel verwies darauf, dass die Anzahl an Wohnungsmietverhältnissen, die durch die städtischen Wohnungsbaugesellschaften beendet worden sind, in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich gesunken sei.

Die landeseigenen Wohnungsunternehmen seien aufgefordert, Zwangsräumungen zu verhindern, erklärte er. Die rückläufigen Zahlen der Zwangsräumungen bewerte der Senat positiv. „Sie sind Ausdruck eines erfolgreichen Umsteuerungsprozesses“, erklärte Scheel.

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