Imagekampagne : CDU kritisiert neuen Brandenburg-Slogan

Brandenburgs CDU-Chef Senftleben fordert ein neues Marketing. Der Slogan "Brandenburg. Es kann so einfach sein." passe besser zu einem Joghurtprodukt als zur Mark.

Marion Kaufmann
Winter in Brandenburg: Die Mittagssonne scheint über dem zugefrorenen Großen Treppelsee im Naturpark Schlaubetal.
Winter in Brandenburg: Die Mittagssonne scheint über dem zugefrorenen Großen Treppelsee im Naturpark Schlaubetal.Foto: Patrick Pleul/dpa

So einfach ist es eben doch nicht mit der neuen Landeswerbung: Brandenburgs CDU-Fraktions- und Landesparteichef Ingo Senftleben ist einfach nicht überzeugt und fordert von der Landesregierung, den Imageslogan „einzustampfen“ und neu zu überlegen. Wie berichtet hat renommierte Berliner Agentur Scholz & Friends ein Motto für die Landeskampagne kreiert, mit dem ab Mai auf Plakaten und in Filmen geworben werden soll. Es lautet: „Brandenburg. Es kann so einfach sein.“

Damit habe es sich die Landesregierung zu einfach gemacht, findet Senftleben. „Diese Botschaft gefällt mir genauso wenig, wie sie mich anspricht“, sagt der Lausitzer. „Wir vermarkten hier kein Joghurtprodukt, sondern ein Bundesland.“ Brandenburg brauche eine Werbebotschaft, die dem Lebensgefühl der Brandenburger entspreche. Der vorgeschlagene Slogan erwecke aber den Eindruck, der Brandenburger sei „einfach gestrickt“. Dabei stehe das Land für Vielfalt, der Norden und der Süden der Mark seien sehr unterschiedlich – dem werde der Slogan nicht gerecht.

Brandenburg solle nicht als Gegensatz zu Berlin herausgestellt werden

Senftleben berichtet, er habe viel Rückmeldung von Bürgern zu der Kampagne bekommen. Sein Eindruck: Die Einfach-Botschaft kommt bei den Märkern nicht gut an. Sein Tipp für die Landesregierung: Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) könne auf seiner Heimattour in verschiedene Regionen mit den Leuten über das Marketing sprechen und vor Ort Vorschläge einholen. „Die Regierung schafft es nicht, eine Bindung zwischen dem Regierungshandeln und den Menschen herzustellen, die davon betroffen sind“, kritisiert der CDU-Fraktionschef. Falsch an der Kampagne sei es etwa auch, Brandenburg als Gegensatz zu Berlin herauszustellen. Besser wäre, wenn sich Brandenburg und Berlin gemeinsam als Hauptstadtregion vermarkten würden. Einen Alternativslogan habe er ad hoc aber nicht parat, so Senftleben.

Die Mark zu Marke machen

Für die Landeskampagne stehen im aktuellen Brandenburger Doppelhaushalt eineinhalb Millionen Euro zur Verfügung. Für die kommenden beiden Jahre – also bis zum Landtagswahljahr 2019 – sind insgesamt noch einmal zwei Millionen vorgesehen. Der Grund für die Werbung: Brandenburg, heißt es aus der Staatskanzlei, sei in der bundesweiten, geschweige denn internationalen Wahrnehmung wenig präsent, wie eine Umfrage 2017 ergab.

Der neue Werbespruch soll die Mark zur Marke machen. Die Landesregierung will Brandenburg als Land präsentieren, in dem Lebensziele einfach umgesetzt werden können und ein naturnahes, aufs Wesentliche konzentriertes Leben möglich sei – anders als in der Großstadt Berlin, die aber leicht erreichbar ist. Zudem stehe der Slogan für Brandenburger Bodenständigkeit – „einfach Dinge anpacken und machen“.

Die Sprüche der Anderen

Der berühmteste Landesslogan kommt wohl aus Baden-Württemberg: „Wir können alles. Außer hochdeutsch.“ Sachsen-Anhalt stand mal für „Wir stehen früher auf“, 2017 hieß es „Ursprungsland der Reformation“, in diesem Jahr nun „Hier macht das Bauhaus Schule. #moderndenken". Bei „Be Berlin“ „So geht Sächsisch“, „MV tut gut“, „Bremen erleben“, „Niedersachsen. Klar“ oder „An Hessen führt kein Weg vorbei“ weiß jeder bescheid, Thüringen findet: „Hier hat Zukunft Tradition“. „Der echte Norden“ ist in Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz verspricht: „Wir machen’s einfach“. Im Saarland weiß man: „Großes entsteht immer im Kleinen.“ Und Nordrhein-Westfalen findet sich „Germany at its best.“ Für Bayerns Tourismuswerber ist der Freistaat „traditionell anders“.

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