Interne Klausur des Aufsichtsrats : BER-Aufseher wollen besser aufpassen

Wie können die BER-Kontrolleure es schaffen, künftig besser zu arbeiten? Sie haben sich dazu beraten - und zumindest ein konkretes Ergebnis verkündet.

Ein Bauarbeiter geht in die Baustelle im Terminal des BER Flughafens Willy Brandt.
Ein Bauarbeiter geht in die Baustelle im Terminal des BER Flughafens Willy Brandt.Foto: dpa

Die BER-Kontrolleure gehen in sich: Auf einer internen Klausur hat der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) am Freitag in Tegel beraten, wie Missstände seiner Arbeit abgestellt und seine Wirksamkeit verbessert werden können, was ein Gutachten externer Experten angemahnt hatte. Eine erste Konsequenz: Wie die FBB mitteilte, kommt der Aufsichtsrat der Firma, die Berlin, Brandenburg sowie dem Bund gehört und sich seit 13 Jahren am Bau eines neuen Hauptstadtairports in Schönefeld versucht, das nächste Mal schon am 9. August zusammen. Das ist einige Wochen früher als geplant und damit doch vor der Brandenburg-Wahl am 1. September. Hintergrund ist dem Vernehmen nach die angespannte Lage auf der Baustelle, wo es bei der Mängelbeseitigung an der Brandmeldeanlage, Kabeln und Kabeltrassen der sicherheitsrelevanten Brandschutzanlagen nach wie vor quantitativ und qualitativ erhebliche Mängel gibt. Im Sommer wird sich klären, ob die geplante Eröffnung des neuen Airports im Oktober 2020 gehalten werden kann oder nicht.

Der Aufsichtsrat hatte vom Deutschen Institut für Effizienzprüfung seine Tätigkeit untersuchen lassen. Die Beratungsfirma hatte in einem vertraulichen Gutachten unter anderem auf Kommunikationsprobleme zwischen dem Kontrollgremium und der von Chefmanager Engelbert Lütke Daldrup geführten Geschäftsführung hingewiesen. Zu Ergebnissen hielt sich die FBB bedeckt. Es sei wichtig gewesen, dass sich der Aufsichtsrat konzentriert mit der eigenen Arbeit beschäftigt hat, erklärte Chefaufseher Rainer Bretschneider: „Nicht nur die uns vorgelegten Themen zu hinterfragen, sondern auch uns selbst gegenüber kritisch zu bleiben, zeigt, wie engagiert wir arbeiten.“ Er dankte den Mitgliedern des zwanzigköpfigen Gremiums, das je zur Hälfte von den Eigentümern und Arbeitnehmern besetzt ist, für die „gute und wichtige Debatte, die uns allen und vor allem dem Projekt BER hilft.“ Das Gutachten hatte auch kritisiert, dass der Aufsichtsrat – trotz BER – seltener als der anderer Firmen tagt. Nach dem 9. August wurde die nächste Sitzung für Januar 2020 angekündigt. Bleibt es dabei, hätte der Aufsichtsrat 2019 nur vier Mal getagt – die gesetzliche Minimalvorgabe.

Berlins Hauptstadtflughafen soll im Oktober 2020 eröffnen - doch die Zuversicht der Bürger schwindet. Kaum einer glaubt an die pünktliche Eröffnung. Lesen Sie hier mehr.

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