Mendelssohn-Bartholdy-Park : BVG lässt Fußgängerbrücke abreißen

Welche Brücke? Trotz ihrer zentralen Lage ist die Überführung vom U-Bahnhof zum Parkhaus am Gleisdreieck weitgehend unbekannt. Nun wird sie abgerissen.

Dieser Steg führte 20 Jahre ins Parkhaus auf der anderen Seite des Kanals.
Dieser Steg führte 20 Jahre ins Parkhaus auf der anderen Seite des Kanals.Foto: Jörn Hasselmann

Die trotz ihrer zentralen Lage am Potsdamer Platz wohl unbekannteste Fußgängerbrücke Berlins wird abgerissen. Die Brücke führte vom U-Bahnhof Mendelssohn-Bartholdy-Park über die Uferstraßen und den Landwehrkanal zum „Parkhaus Gleisdreieck“. Bekanntlich war der Bau immer so schwach frequentiert, dass eine Hälfte kürzlich abgerissen wurde.

[In unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken berichten wir unter anderem über Verkehrsthemen. Die Newsletter können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Dort ist ein Wohnhaus mit Blick in den Park entstanden, das bald bezogen wird. Vom Parkhaus, das der italienische Stararchitekt Renzo Piano entworfen hat, blieben nur die Kopfbauten erhalten und ein schmaler Riegel für Autos. Trotz der Halbierung steht es weiterhin mindestens halbleer.

Nach Angaben der BVG hatte der Betreiber des Parkhauses mitgeteilt, dass man auf die Fußgängerbrücke verzichten kann. Und nun geht es ums Geld: Da bislang der Parkhausbetreiber den parallel zu den Gleisen verlaufenden Steg unterhalten hat, hätte die BVG einspringen müssen.

Die will aber auch kein Geld ausgeben. Deshalb wird der einst beleuchtete Fußgängersteg jetzt abgebaut, die komplette Brücke der U-Bahn-Trasse ist deshalb derzeit eingerüstet. Ein Hinweisschild am Bahnsteig teilt mit, dass die Brücke "bis auf weiteres" gesperrt sei. Es müsste heißen: Für immer.

Am Parkhaus ist die Verbindung zur Brücke schon abgerissen.
Am Parkhaus ist die Verbindung zur Brücke schon abgerissen.Foto: Jörn Hasselmann
"Bis auf weiteres", sagt die BVG. Es müsste heißen: Für immer.
"Bis auf weiteres", sagt die BVG. Es müsste heißen: Für immer.Foto: Jörn Hasselmann

Der Bahnhof Mendelssohn-Bartholdy-Park ist erst im Oktober 1998 eröffnet worden, ursprünglich sollte die Station Hafenplatz heißen. Gefordert hatte „debis“, der Bauherr vom Potsdamer Platz, den zusätzlichen U-Bahnhof. Zum Ärger der BVG hatte die ehemalige Tochterfirma von Daimler-Benz aber kein Geld dazugegeben. Der Fußgängersteg zum Parkhaus wurde erst 1999 fertig, diesen immerhin hatte debis finanziert.

Ein U-Bahnhof verschwindet im Bauch eines Hochhauses
2015-2019: Der U-Bahnhof verschwindet im Bauch der Hochhäuser.Weitere Bilder anzeigen
1 von 48Fotos: André Görke
26.03.2019 10:112015-2019: Der U-Bahnhof verschwindet im Bauch der Hochhäuser.

Ein genaues Eröffnungsdatum kann die BVG nicht nennen, auch das Tagesspiegel-Archiv schweigt dazu. Gefeiert wurde die Eröffnung dieser Fußgängerbrücke also nicht.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!