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Nach Angaben von Innensenator Geisel : Berlin will bis zu 100 geflüchtete Kinder aufnehmen

Der Koalitionsausschuss hat beschlossen, 1000 bis 1500 Kinder aus griechischen Lagern nach Deutschland zu holen. Berlin will Geflüchtete aufnehmen.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD).
Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD).Foto: imago images/Reiner Zensen

Berlin will nach Angaben von Innensenator Andreas Geisel zwischen 80 und 100 schutzbedürftige Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern aufnehmen. Wann die Kinder nach Berlin kommen, sei aber noch unklar, erklärte Geisel am Montag im RTL/n-tv-„Frühstart“. „Das hängt jetzt davon ab, wie schnell die Bundesregierung diese Entscheidung umsetzt. Ich denke, eher heute als morgen“, sagte Geisel.

„Berlin ist sehr gerne hilfsbereit, unser Angebot, bis zu 80 unbegleitete minderjährige Geflüchtete aufzunehmen, steht“, sagte Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) bereits am vergangenen Mittwoch dem Tagesspiegel. „Es sind sehr bewegende Bilder, die man aus den Lagern in Griechenland sieht.“

Aus der Senatsjugendverwaltung hieß es, dass unbegleitete Minderjährige zunächst, in der Regel während der ersten drei Monate, vom Landesjugendamt betreut würden, dann übernähmen die bezirklichen Jugendämter. Sie entscheiden, wie die Kinder und Jugendlichen untergebracht werden, etwa in Pflegefamilien oder Wohngruppen. Schon jetzt kommen immer wieder Minderjährige ohne ihre Familien in Berlin an – 2019 habe es 760 solcher Fälle gegeben.

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Unabhängig davon bereitet sich der Senat für den Fall vor, dass wieder mehr Flüchtlinge nach Deutschland und damit auch nach Berlin kommen. So wurde der Abbau des eigentlich 2019 stillgelegten Containerdorfes auf dem Tempelhofer Feld gestoppt. „Derzeit prüfen wir, was getan werden muss, um die Unterkunft wieder bewohnbar zu machen“, sagte ein Sprecher von Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Linke). Noch sei unklar, ob die Reaktivierung überhaupt nötig sei.

An der türkisch-griechischen Grenze hatte sich die Lage jüngst verschärft, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan entschieden hatte, Flüchtlinge und Migranten nicht mehr von der Einreise in die Europäische Union abzuhalten.

Wie vergangene Woche berichtet, sagte Sozialsenatorin Elke Breitenbach, dass Berlin bereit und in der Lage sei, Migranten aufzunehmen. „Menschenrecht ist unteilbar“, so Breitenbach. „Wir nehmen nach wir vor Verantwortung wahr für Menschen in Not und sind bereit, Menschen aufzunehmen.“ 2000 Plätze habe man in bestehenden Unterkünften frei.

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Der Koalitionsausschuss des Bundes hatte am Montag beschlossen, 1000 bis 1500 Kinder aus griechischen Lagern nach Deutschland zu holen. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um Kinder, die schwer erkrankt oder unbegleitet und jünger als 14 Jahre sind.

Der Beschluss habe eine Weile auf sich warten lassen, aber er sei stolz auf die Bundesregierung, dass sie jetzt diese humanitäre Entscheidung getroffen habe, erklärte Geisel. (dpa/Tsp)

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