Nahverkehr : BVG-Streik? So cool bleibt Berlin

Dieser BVG-Streik geht nicht in die Geschichte ein. Verdi wollte Berlin lahmlegen, aber Berlin ließ sich nicht lahmlegen. Ein Kommentar.

Eine Anzeigetafel am Potsdamer Platz weist auf den Warnstreik bei der BVG hin.
Eine Anzeigetafel am Potsdamer Platz weist auf den Warnstreik bei der BVG hin.Foto: Kay Nietfeld/dpa

Das selbst von der BVG befürchtete "mittlere Chaos" blieb aus. Keine vor Verzweiflung schimpfenden Fahrgäste, kein Stillstand auf der Stadtautobahn, keine Schlangen am Taxi-Stand, nicht einmal die S-Bahn war überfüllt. Wieso ist Berlin so gut durch diesen Streik gekommen?

Das dürfte viele Gründe haben. Der Warnstreik war seit vielen Tagen angekündigt. Viele werden Termine verschoben haben und arbeiteten von zuhause aus, Stichwort Home Office. Die S-Bahn und die Regionalbahn, die für die langen Strecken zuständig sind, fuhren - und das auch noch pünktlich und mit zusätzlichen Zügen.

Das Wetter war zwar kühl, aber sonnig-trocken, der Umstieg aufs Rad oder der Fußmarsch zum nächsten S-Bahnhof fielen also leicht. 1995 bei einem wilden BVG-Streik prügelten sich die Fahrgäste am Bahnhof Zoo fast um ein Taxi.

Am Freitag früh um 8 Uhr warteten mehrere Taxis an gleicher Stelle auf Kunden. Erstaunlich, dass kaum mehr Autos als sonst unterwegs waren. Offenbar finden die Berliner ihren Weg ohne BVG und auch ohne Auto.

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Verdi: "Alle Betriebshöfe dicht" – doch die S-Bahn fährt. Seit Dienstbeginn am Freitagmorgen streikt die BVG, U-Bahn und Tram fahren nicht, wenige Busse sind im Einsatz. Alles rund um den Streik hier im Tagesspiegel-Liveblog

BVG-Streik: Diese Buslinien fahren trotzdem. Am Freitag kommt es im Berliner Nahverkehr zum Ausstand. 21 Buslinien verkehren dennoch, sieben weitere eingeschränkt. Und auch viele Umlandlinien fahren durch die Bezirke. Die Übersicht.

Der Soundtrack zum BVG-Streik. Der "Checkpoint" vom Tagesspiegel hat fünf Spotify-Playlists zusammengestellt. Hier geht's zu den Liedern. Viel Vergnügen im Ohr! Hier geht's lang.

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