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Autos in Flammen : Polizei fasst mutmaßlichen Brandstifter von Neukölln

Ein 32-Jähriger soll für mehrere Autobrände in Neukölln verantwortlich sein. Zeugenhinweise führten die Polizei auf seine Spur.

Rußgeschwärzt. Die Brandstiftung brachte Bewohner über der Garage in Lebensgefahr.
Rußgeschwärzt. Die Brandstiftung brachte Bewohner über der Garage in Lebensgefahr.Foto: Britta Pedersen/dpa

Nach intensiven Ermittlungen hat die Polizei am vergangenen Freitag einen Mann festgenommen, der für mehrere Autobrände in Neukölln verantwortlich sein soll. Ihm wird vorgeworfen, in der Nacht zum 13. Juli mehrere Fahrzeuge in der Buschkrugallee Ecke Jahnstraße sowie in der Karl-Marx-Straße in Brand gesetzt zu haben.

Die Untersuchungen der Ermittelnden sowie Zeugenhinweise führten auf die Spur des 32-Jährigen, der der Polizei bereits bekannt ist, jedoch bisher nicht wegen Branddelikten in Erscheinung getreten ist.

Zwischenzeitlich erließ ein Richter einen Haftbefehl, sodass der Mann am Samstag den Justizbehörden überstellt wurde.

In seiner Vernehmung wollte er jedoch keine Angaben zu den Tatvorwürfen machen. Eine politische Tatmotivation sei, wie auch eine Verbindung zur weiteren Brandtaten, zum jetzigen Erkenntnisstand nicht erkennbar. Die Ermittlungen dauern an.

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Vor allem der Brand in der Jahnstraße hatte berlinweit für Schlagzeilen gesorgt. Dort brannten acht Autos und zwei Mopeds in einer Garage, der Rauch drang bis in das Wohnhaus. Feuerwehr rückte daraufhin zu einem Großeinsatz aus. Sechs Bewohner erlitten leichte Rauchgasvergiftungen, mehrere Wohnungen waren anschließend nicht mehr bewohnbar.

Einige Tage später ordnete das Bezirksamt die Räumung an, weil ein Statiker das Gebäude als einsturzgefährdet einstufte. Rund 120 Menschen mussten daraufhin ihre Wohnungen verlassen. Es ging einige Zeit ins Land, ehe der Bezirk für alle eine Ersatzbleibe organisiert hatte, teils kam es zu wütenden Versammlungen vor dem Haus.

Christopher Dathe, Sprecher des Bezirksamtes, sagte dem Tagesspiegel am Montag auf Nachfrage, dass die Mehrheit der Bewohner weiterhin in einem Neuköllner Hostel untergebracht sei. Zum Zustand des Hauses, notwendigen Arbeiten und dem Zeitpunkt, ab dem das Haus wieder bewohnbar sei, könne er aktuell noch keine Angaben machen.

Die Polizei ging bisher nicht von einem politischen Motiv für die Taten aus. Auch ob der 32-Jährige für weitere Brände verantwortlich sein könnte, ist unklar.

In der Hauptstadt werden durch nächtliche Brände immer wieder Fahrzeuge beschädigt oder zerstört. Zuletzt hatte es speziell in Neukölln vermehrt Autobrände gegeben. Ob diese Teil einer Serie sind, ist derzeit noch unklar.