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Clanstreitigkeiten als Motiv? : Explosion in Kreuzberger Bar

Am Montag explodierte ein Sprengsatz in einer Shisha-Bar in der Oranienstraße - Hintergrund dürften Clanstreitigkeiten sein.

Das Blaulicht auf einem Polizeiwagen.
Blaulicht.Foto: Patrick Pleul/dpa

Nach der Explosion in einer Kreuzberger Shisha-Bar erhärtet sich der Verdacht, dass es bei dem Anschlag um Clanstreitigkeiten gehen könnte. Am Montagmorgen gegen 4.30 Uhr hatten Unbekannte ein Loch in die Scheibe der geschlossenen Shisha-Bar in der Oranienstraße geschlagen und einen Sprengsatz hineingeworfen, der unmittelbar danach detonierte. Das Inventar der Bar wurde stark beschädigt, verletzt wurde niemand. Als Inhaber der Bar werden auf deren Internetseite arabische Namen genannt. Im Polizeipräsidium heißt es, dass das für Organisierte Kriminalität zuständige Dezernat in die Ermittlungen eingebunden sei.

In den vergangenen Wochen hatte es so viele Streitigkeiten zwischen kriminellen arabischen Clans gegeben, dass Innensenator Andreas Geisel (SPD) sich vom zuständigen Abschnittsleiter der Polizei die Szene zeigen ließ. Auch die Ermordung des arabischen Intensivtäter Nidal R. in Neukölln könnte mit Streitigkeiten um eine Shisha-Bar zusammenhängen. Auf seiner Tour durch Neukölln ließ sich Geisel auch die Shisha-Bar in der Sonnenallee zeigen, in der Nidal R. "regelmäßig Hof hielt", wie es das Bezirksamt formulierte.

Mit dem Mord an R. Anfang September eskalierte dann die Gewalt: Genau vor einem Monat hatten etwa 30 Personen das Mobiliar einer Shisha-Bar in der Kreuzberger Manteuffelstraße zerschlagen und die Gäste bedroht. Die mit Schlagstöcken bewaffneten Angreifer waren mit fünf Fahrzeugen vorgefahren. Vor dem Eintreffen der Polizisten waren sowohl alle Täter, die Mitarbeiterin der Bar und alle Gäste geflüchtet. Das für kriminelle arabische Großfamilien zuständige Fachkommissariat des LKA hatte auch in diesem Fall die Ermittlungen übernommen.

Das Thema hatte anschließend auch den Innenausschuss beschäftigt. In der Sitzung hatte der Bezirksbürgermeister von Neukölln, Martin Hikel (SPD), berichtet, dass in seinem Bezirk acht kriminelle arabische Clans mit etwa 1000 Personen aktiv seien. "Die extreme Brutalität gefährdet den sozialen Frieden", beklagte Hikel im Innenausschuss.

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