Debatte über nächtliche Görli-Schließung : Innensenator Geisel berät mit Polizei

Soll der Görli nachts geschlossen werden, um Drogenhandel zu unterbinden? Innensenator Geisel legt sich noch nicht fest.

Polizeibeamte suchen im Görlitzer Park nach versteckten Drogen.
Polizeibeamte suchen im Görlitzer Park nach versteckten Drogen.Foto: Paul Zinken/dpa

In der Diskussion um eine nächtliche Schließung des Görlitzer Parks wegen Drogenhandels hat sich Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) noch nicht auf eine Strategie festgelegt. Nächste Woche wolle er sich mit der Polizei in Kreuzberg zu Beratungen treffen, sagte Geisel am Donnerstag im Abgeordnetenhaus.

Die Frage der Schließung des Parks sei nur eine Möglichkeit im Kampf gegen den Drogenhandel. "Die muss aber mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg abgestimmt werden. Das hat Vor- und Nachteile." Es habe entsprechende Forderungen gegeben, aber auch großen Widerstand bei Anwohnern, sagte Geisel. "Die Meinungen dazu sind gemischt. Man kann es nicht nur aus Sicht der Polizei betrachten."

Nötig sei ein Gesamtkonzept für den Park. Das Ziel sei weiter, "die Parknutzung für die Öffentlichkeit sicher zu gestalten".

Geisel kündigte an, in der nächsten Woche die für Kreuzberg und den Görlitzer Park zuständige Polizeiwache besuchen zu wollen. Dort wolle er klären, was man tun könne, um die Kriminalität im Park zurückzudrängen. Die Beamten könnten bei dem Thema Drogen aber nur an den Symptomen arbeiten. "So lange es Käufer von Drogen gibt, werden wir auch die entsprechenden Auseinandersetzungen haben."

Der Innensenator sagte weiter, "besonders besorgniserregend" sei im Görlitzer Park die Begleitkriminalität des Rauschgifthandels, also Körperverletzungen und Diebstähle. In den vergangenen Jahren habe es einen Rückgang bei diesen Straftaten gegeben. "Aber richtig ist auch, dass die Delikte seit Beginn dieses Jahres wieder ansteigen.

Oft Auseinandersetzungen zwischen Drogendealern

Seit Januar 2019 registrierte die Polizei 27 Körperverletzungen. Im gleichen Zeitraum 2018 waren es 18. Laut Geisel seien die Opfer nicht die normalen Parkbesucher. Es gehe meist um Auseinandersetzungen der Drogendealer untereinander.

Innen-Staatssekretär Torsten Akmann (SPD) hatte am Montag über Vorschläge der örtlichen Polizei gesprochen und dabei auch gesagt, man könne den Park besser umzäunen als bisher und dann auch nachts schließen. Der Park, der Ende der 80er-Jahre auf dem Gelände des früheren Görlitzer Bahnhofs entstand, ist von einer Mauer umgeben, die viele Durchbrüche hat. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg erklärte, durch eine nächtliche Schließung würde der Drogenhandel nur in die umliegenden Straßen verlagert.

Im Görlitzer Park stehen seit vielen Jahren Dutzende Dealer, fast ausschließlich afrikanischstämmige Männer, und verkaufen Marihuana an junge Touristen und Club- und Kneipenbesucher. Auch Drogen wie Kokain und Ecstasy wurden schon gefunden. (dpa)

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