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Demos in Rigaer Straße in Friedrichshain : Fünf Pegida-Anhänger und mehr als 100 Gegendemonstranten

Am Abend kommt es zu Festnahmen. Die Polizei sichert das Gebiet mit zeitweilig bis zu 280 Einsatzkräften. Gegendemonstranten werfen der Polizei nun Gewalt vor.

Gegendemonstranten und Polizei.
Gegendemonstranten und Polizei.Foto: Corinna Cerruti

Die angekündigte Pegida-München-Demonstration auf dem Schleidenplatz an der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain begann am Samstagnachmittag pünktlich um 17 Uhr. Vor Ort waren fünf der sieben angemeldeten Pegida-Anhänger, laut Aussage der Polizeisprecherin handelte es sich dabei um dieselben Teilnehmer, die auch am vergangenen Freitag im Görlitzer Park demonstriert hatten.

Die Pegida-Demonstranten spielten Musik und hatten eine Leinwand aufgebaut. Zudem hatten sie ein Transparent mit der Aufschrift „Neofaschisten nennen sich heute Antifa“ sowie eine Bayern- und Deutschlandfahne aufgehängt.

Am Rande der Absperrungen versammelten sich insgesamt mehrere hundert Personen als Teil von drei angemeldeten Kundgebungen von Gegendemonstranten. Eine Kundgebung in der Rigaer Straße 51 lief unter dem Motto „Nordkiez gegen Rassismus und Nazis“ und war mit 50 Teilnehmer angemeldet. Zu einer weiteren Gegenkundgebung hatten sich ebenfalls eine zweistellige Zahl an Demonstranten eingefunden. Auch aus den umliegenden Häusern schallte lautstark Musik gegen die Pegida-Demonstration.

Auf dem Platz waren bis in den späten Abend hinein Sprechchöre und Pfiffe der Gegendemonstranten zu hören. Laut eines Tweets waren am frühen Abend etwa 200 Gegendemonstranten auf dem Platz, die Polizei ging von über 100 Teilnehmern aus. Gegen 20 Uhr war es immer noch laut, allerdings war die Zahl der Gegendemonstranten wieder geschrumpft.

Circa 280 Einsatzkräfte der Berliner Polizei waren vor Ort, um die Demonstrationen zu sichern. Auch ein Hubschrauber umflog das Gebiet in Friedrichshain mehrmals und stand nach Polizeiinformationen weiter zum Einsatz bereit.

Vermummungen und Flaschenwürfe

Am Abend berichtete dann die Polizei von mehreren Personen aus dem Kreis der Gegendemonstranten, die sich vermummt hätten und Flaschen nach ihnen geworfen haben sollen.

Die Einsatzkräfte haben die Straftaten nach Angaben der Polizei durch Videoaufnahmen dokumentiert und daraufhin wiedererkannte Straftäter und Straftäterinnen festgenommen. Laut Polizei musste dabei seitens der Einsatzkräfte auch körperliche Gewalt eingesetzt werden, da die festzunehmenden Personen teilweise Widerstand leisteten und Umstehende die polizeilichen Maßnahmen behinderten.

Auf Twitter berichteten mehrere Gegendemonstranten später von schwerer Polizeigewalt durch die anwesenden Beamten. Die Einsatzkräfte hätten daraufhin insgesamt zwölf Personen festgenommen.

Bei der vorläufigen Festnahme eines 35-Jährigen, der „Sieg Heil“ gerufen hatte, kam es zu Unmutsbekundungen der Umstehenden, da sich der Mann, nachdem ihn Polizisten angesprochen hatten, fallen ließ und daraufhin von den Beamten weggezogen und weggetragen werden musste. Er verzichtete nach einer Begutachtung der Feuerwehrkräfte auf eine weitergehende ärztliche Behandlung und verließ das Polizeigewahrsam. Gegen ihn wird nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Widerstands ermittelt.

Eine 51-Jährige wurde festgenommen, nachdem sie kurz vor Mitternacht zwei mit Farbe gefüllte Glasflaschen in Richtung der eingesetzten Polizistinnen und Polizisten geworfen hatte. Eine Flasche hatte einen Beamten, der keinen Helm trug, am Kopf getroffen. Der Polizist erlitt eine blutende Platzwunde, die in einem Krankenhaus genäht werden musste. Gegen die festgenommene Frau wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstands eingeleitet.

Insgesamt wurden nach Angaben der Polizei mindestens fünf Polizisten und Polizistinnen bei dem Einsatz verletzt.

Schon am Samstagmittag war der Bereich um den Schleidenplatz großräumig abgesperrt worden, wie ebenfalls auf Twitter zu sehen war. Die Polizei war schon frühzeitig mit einigen Einsatzkräften vor Ort und sichert die Absperrungen. Sowohl die Pegida-Demo als auch die Gegenkundgebung waren um Mitternacht vorbei.