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Einsatz in Flüchtlingsheim unter Quarantäne : Amtsärztin hebt Isolation für 43 Polizisten auf

Ein Flüchtlingsheim, das unter Corona-Quarantäne steht, musste geräumt werden. Beamte hatten Kontakt zu einer Frau, die Krankheitssymptome zeigte.

Berliner Polizisten müssen nach einem Einsatz in Biesdorf in Quarantäne.
Berliner Polizisten müssen nach einem Einsatz in Biesdorf in Quarantäne.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Eine amtsärztlich angeordnete Quarantäne für 43 Polizisten ist am Dienstag nach nur wenigen Stunden wieder aufgehoben worden. Der Coronavirus-Test einer Kontaktperson der Beamten aus einem Flüchtlingsheim war zuvor negativ ausgefallen. Das gab die Polizei über Twitter bekannt. Wegen eines Einsatzes in dem Heim im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf hatte der Amtsarzt der Polizei für 43 Beamte eine Quarantäne wegen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus angeordnet.

Nach einem Brandalarm wurde die Unterkunft im Stadtteil Biesdorf in der Nacht zu Dienstag gegen Mitternacht geräumt, wie die Polizei mitteilte. Dabei hatten Beamte Kontakt zu einer Frau, die Corona-Symptome zeigte, sagte die Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke).

Die Unterkunft steht nach Auskunft des Betreibers, der Volkssolidarität, seit 28. März unter Quarantäne, diese dauert noch bis 14. April. Eine Person aus dem Erstaufnahmezentrum sei Ende März positiv auf Covid-19 getestet worden und nach einer Behandlung im Krankenhaus in der Unterkunft isoliert worden.

Kurz danach kam eine zweite Person ins Krankenhaus und wurde positiv getestet – kehrte aber nicht in die Unterkunft nach Biesdorf zurück. Insgesamt leben aktuell 248 Menschen dort.

Bei der Räumung sollen mehrere Flüchtlinge versucht haben, einen Wachmann anzugreifen. Beamte der Polizei seien dazwischen gegangen, um die Situation zu beruhigen, sagte ein Sprecher.

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Dabei wiederum sei es zu „Rangeleien“ zwischen Bewohnern und Polizisten gekommen. Im Verlauf des Einsatzes hatten die Beamten auch Kontakt zu einer Frau, die Krankheitssymptome zeigte, sagte Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle auf Nachfrage. Ob sie auch in die erwähnte Auseinandersetzung verwickelt war, konnte Pohle nicht sagen.

Symptome erst während des Einsatzes aufgefallen

Die beim Einsatz anwesende Amtsärztin des Bezirks habe empfohlen, dass die Polizisten in häusliche Quarantäne gehen, sagte Pohle – mindestens bis das Testergebnis der Frau vorliegt. Die Symptome der Frau seien erst im Laufe des Einsatzes aufgefallen, erklärt die Bezirksbürgermeisterin.

Anordnen kann die Amtsärztin des Bezirks die Quarantäne nur bei Zivilisten. Der Amtsarzt der Polizei schickte die 43 Beamte schlussendlich in die häusliche Isolation, wie die Polizei auf Twitter mitteilte.

Die Brandmeldung stellte sich am Ende als Fehlalarm heraus, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Es war schon der zweite Einsatz am Montagabend. Bereits um kurz nach 21 Uhr mussten Einsatzkräfte wegen eines brennenden Mülleimers in den Brebacher Weg zur Unterkunft kommen. Es brannte ein Papierkorb. Vergangenen Donnerstag hatte jemand einen Handtuchhalter angezündet. (mit dpa)