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Gefährliche Infektionskrankheit : 31-jährige Ärztin mit Verdacht auf Lassafieber in Berlin angekommen

Eine Frau, die vermutlich an Lassafieber erkrankt ist, ist aus Sierra Leone nach Berlin eingeflogen worden. Sie wird nun im Virchow-Klinikum behandelt.

Die Ärztin wurde aus Sierra Leone nach Berlin geflogen (Symbolbild).
Die Ärztin wurde aus Sierra Leone nach Berlin geflogen (Symbolbild).Foto: Soeren Stache/dpa

Auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel ist am Samstag eine Ärztin angekommen, die vermutlich an Lassafieber erkrankt ist. Die Frau sei aus dem westafrikanischen Sierra Leone eingeflogen worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.


Lassafieber: Laut RKI seit 1974 sieben Krankheitsfälle in Deutschland

Wie die zuständige Gesundheitsverwaltung mitteilte, handelt es sich bei der Frau um eine 31-jährige Berlinerin. Die Ankunft der Frau war laut Verwaltung angekündigt und entsprechend vorgeplant worden: Die Feuerwehr leistete Amtshilfe und brachte die 31-Jährige in einem Rettungswagen für Infektionskrankheiten vom Flughafen ins Virchow-Klinikum. Dort wird die Frau nun nach Angaben eines Sprechers auf einer Sonderisolierstation behandelt: „Mit einer Diagnose wird im Laufe des Tages gerechnet.“

Die oft über verunreinigte Nahrungsmittel übertragene Infektionskrankheit verläuft meist mild, in einigen Fällen kann sie jedoch einen lebensbedrohlichen Schock auslösen.

Der Sprecher erläuterte: „Die Mehrzahl der Infektionen verläuft ohne Symptome oder mild mit vollständiger Genesung“. Nur bei einer Minderheit entwickele sich das schwere Krankheitsbild mit Blutungen und Schwellungen der oberen Luftwege, das auch zum Tode führen könne.

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Die Krankheit tritt laut Robert-Koch-Institut (RKI) in mehreren Ländern Westafrikas auf. Hochrechnungen zufolge infizieren sich jährlich zwischen 100.000 und 300.000 Menschen mit dem Virus, von denen ein bis zwei Prozent sterben. In Deutschland wurden dem RKI zufolge seit 1974 sieben Krankheitsfälle bekannt, davon sechs importierte.

Erst im Juli wurde ein Patient mit Verdacht auf das Krim-Kongo-Fieber mit einem Spezial-Rettungswagen auf die Isolierstation des Virchow-Klinikums gebracht. Dort wurde er untersucht und behandelt, es stellte sich schließlich heraus, dass er nicht wie befürchtet an der ansteckenden Krankheit litt. (dpa/skr)