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Kollision in Berlin-Friedenau : Fußgängerin stirbt nach Unfall mit zivilem Polizeiwagen

Ein VW-Bus der Polizei hatte am Donnerstag in Berlin-Friedenau eine Frau gerammt. Nun erlag sie ihren Verletzungen. Die Polizei ermittelt nach neuen Vorgaben.

Polizei im Einsatz (Symbolbild).
Polizei im Einsatz (Symbolbild).Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Eine 28-Jährige, die am vergangenen Mittwoch bei einem Verkehrsunfall mit einem zivilen Polizeifahrzeug in Friedenau lebensbedrohliche Verletzungen erlitten hatte, ist am Sonnabendmittag in einem Krankenhaus gestorben. Das teilte die Polizei am Abend mit.

Die Frau war laut der ersten Mitteilung der Polizei am Mittwochabend kurz vor 21 Uhr gerade dabei, die Rheinstraße im Schöneberger Ortsteil Friedenau in Höhe der Hedwigstraße an einer Fußgängerfurt zu überqueren, als der zivile Einsatzwagen sie rammte. Der Polizist am Steuer des schwarzen VW-Busses hatte nach Angaben der Behörde vergeblich versucht auszuweichen.

Der Wagen kam aus Richtung Schloßstraße und war auf dem Weg zu einem Einsatz auf dem U-Bahnhof Innsbrucker Platz. Einsatzanlass war eine „Gegenwärtige Körperverletzung“, hieß es.

Via Twitter teilte die Polizei auf eine Anfrage hin mit, dass die Einsatzwagen mit Unfalldatenschreibern ausgestattet seien, die auch speichern, ob Blaulicht und Martinshorn eingeschaltet waren. Laut Polizei war das nach bisherigem Ermittlungsstand der Fall.

„Der Fahrer unterzog sich freiwillig zwei Atemalkoholmessungen, welche beide negativ verliefen, und einer Fahrtüchtigkeitsprüfung“, teilte die Polizei weiter mit. „Es wurden keine Ausfallerscheinungen festgestellt. Die Aufnahme des Verkehrsunfalles, unter anderen mit einer digitalen Vermessung des Unfallortes, übernahm der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 1.“

Die Untersuchung übernimmt eine andere Polizeidirektion

Hintergrund dieser Aufarbeitung - unter Regie einer anderen Polizeidirektion als der örtlich zuständigen - ist der tödliche Unfall von Fabien Martini vor etwa zwei Jahren. Ihr war mit mehr als 90 Stundenkilomtern ein - zuvor noch weitaus schnellerer - Streifenwagen auf dem Weg zu einem Einsatz in die Seite gekracht, als sie mit ihrem Kleinwagen in eine Parklücke auf dem Mittelstreifen der Grunerstraße fahren wollte. Die junge Frau starb bei dem Unfall.

Später stellte sich heraus, dass der Fahrer des Streifenwagens alkoholisiert war. Unklar ist allerdings bis heute, ob er bereits vor dem Unfall getrunken hatte oder erst danach.

Um die Wiederholung solcher Fälle zu verhindern, prüft die Polizei bei derart schweren Unfällen neuerdings routinemäßig, ob der betreffende Beamte Alkohol getrunken haben könnte. Außerdem sollen Kollegen einer anderen Direktion solche Fälle aufarbeiten, um eine unabhängige Untersuchung sicherzustellen. Nach Auskunft der Polizei ergaben zwei Atemalkoholmessungen bei dem Beamten am Mittwochabend, dass er nüchtern war. Zusätzlich habe er sich einer "Fahrtüchtigkeitsprüfung" unterzogen, die keinerlei Ausfallerscheinungen ergeben habe.

Mit der nun gestorbenen 28-Jährigen gibt es bereits seit Jahresbeginn zwölf Verkehrstote in der Hauptstadt. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 40. Erst vor einigen Tagen zuvor war in Marzahn ein 30-Jähriger von einem Funkwagen der Polizei angefahren und tödlich verletzt worden.