• Poller sollen Durchgangsverkehr stoppen: Initiative will "Diagonalsperren" gegen Autos in Wohnvierteln

Poller sollen Durchgangsverkehr stoppen : Initiative will "Diagonalsperren" gegen Autos in Wohnvierteln

Anwohner aus 12 Pankower Kiezen erarbeiten derzeit konkrete Pläne, um den Durchgangsverkehr auszubremsen. Die soll das Bezirksamt testweise umsetzen.

Auch in der Bergmannstraße in Kreuzberg wurden Poller zur Verkehrsberuhigung aufgestellt.
Auch in der Bergmannstraße in Kreuzberg wurden Poller zur Verkehrsberuhigung aufgestellt.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Sogenannte Diagonalsperren sollen künftig auch Anwohner in Pankow vom Durchgangsverkehr befreien. Einen entsprechenden Vorstoß hat das Netzwerk „Fahrradfreundliches Pankow“ - ein Projekt von „Changing Cities“ - am Mittwoch in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt gestartet. Während eines Workshops erarbeiteten Anwohner erste Skizzen für 12 Pankower Wohnviertel - der Schwerpunkt lag auf der Innenstadt und Prenzlauer Berg, aber auch Niederschönhausen war vertreten.

„Zur Verkehrsberuhigung sind Diagonalsperren unser präferiertes Mittel“, sagt Tobias Kraudzun, der Sprecher des Netzwerks. Die Sperren teilen Kreuzungen diagonal in der Mitte, um den Durchgangsverkehr zu unterbinden, sind aber durchlässig für Fußgänger und Radfahrer. Auch die Müllabfuhr oder der Lieferverkehr werden nicht über Gebühr behindert. Unlängst wurden solche Sperren in Friedrichshain und Kreuzberg aufgestellt.

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Auf dem Workshop anwesende Verkehrsplaner des Pankower Bezirksamts zeigten sich laut Kraudzun angetan von der Idee. Das Bezirksamt hat von der Bezirksverordnetenversammlung ohnehin den Auftrag erhalten, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung von Wohnvierteln durchzuführen. „Doch weil der Bezirk keine Ressourcen hat, haben wir angesetzt“, sagt Kraudzun. „Wir haben die Anwohner eingeladen – und mehr als 70 kamen.“

Die Skizzen sollen nun bis zum 12. Februar ausgearbeitet und dem zuständigen Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (B‘90/Grüne) übergeben werden. Auf dieser Grundlage könnten Sperren im Rahmen einjähriger Verkehrsversuche aufgebaut werden, sagt Kraudzun. „Da es sich nur um Versuche handelt, haben wir die berechtigte Hoffnung, dass das Bezirksamt die ersten zwei, drei Kieze in Pankow dieses Jahr schon angeht.“ Das sei realistisch, „denn der bauliche Aufwand ist gering – man braucht ja nur ein paar Poller in den Boden setzen“.

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