Senat will Veranstaltern helfen : 20 Millionen für Messen und Tourismus

Mit dem "Corona-Kongressfonds" will das Land die Veranstaltungsbranche unterstützen und Events noch in diesem Jahr fördern. Auch der Tourismus bekommt Geld.

Messen und Kongresse in Berlin sowie andere Veranstaltungen sollen mit dem Hilfsfonds des Senats wieder Publikum anziehen.
Fahnen von Samsung vor der Messehalle der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin-Charlottenburg. Foto: Thilo RückeisFoto: Thilo Rückeis

Keine Messen, keine Veranstaltungen, keine Kongresse: Durch den Corona-Lockdown ist die Veranstaltungswirtschaft in Berlin stark ins Schleudern geraten.

Das Land will die Unternehmen unterstützen und hat im Zuge diverser Überbrückungs- und Soforthilfen kürzlich auch den „Corona-Kongressfonds“ im Senat verabschiedet.

Nach Tagesspiegel-Informationen stehen dafür zehn Millionen Euro bereit. Allerdings sind die Zuschüsse an Bedingungen geknüpft: Für die Veranstaltung müssen Räume entweder in einem Berliner Hotel oder einem anderen Veranstaltungsort in der Stadt gebucht werden: Teilnehmer müssen mindestens anwesend sein. Zudem müssen mindestens zwei Nachhaltigkeitskriterien erfüllt sein.

Mit Hilfe des Kongressfonds sollen Veranstalter ermutigt werden, Events noch in diesem Jahr in Berlin stattfinden zu lassen.

2019 stand Berlin auf Platz drei im Kongress-Ranking

Die finanzielle Unterstützung läuft in Form von Zuschüssen, keine Kredite. Die Förderrichtlinien werden derzeit erarbeitet, Anträge auf eine finanzielle Unterstützung können voraussichtlich ab Ende August/Anfang September gestellt werden.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sagte: „Der Kongressmarkt ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Berlin. 2019 positionierte sich Berlin auf Platz drei im weltweiten Kongress-Ranking.“ Auch, wenn die Branche gebeutelt ist, sei sie dennoch einer der schnellsten und wirksamsten Hebel für Berlin, die Konjunktur anzukurbeln. „Wir werden alles dafür tun, in der Zeit nach Corona an das gute Ranking anzuschließen.“

Für die Abwicklung des Förderverfahrens werde die Senatswirtschaftsverwaltung einen externen Dienstleister beauftragen, sagte ein Sprecher.

Das Berlin Convention Office (BCO) von visitBerlin werde mit dem externen Dienstleister eng zusammenarbeiten. Die Betreuung und Beratung bei der Antragstellung, die Akquise der Kongresse sowie die Umsetzung innovativer Formate soll vom BCO gesteuert werden.

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Auch die extrem stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffene Tourismusbranche erhält Zuschüsse: Hier stellt der Senat ebenfalls zehn Millionen Euro zur Verfügung, bestätigte ein Sprecher der Wirtschaftsverwaltung.

Das Geld fließe in „ konjunkturfördernde Maßnahmen“ – so etwa in die groß angelegte Werbekampagne von visitBerlin. Die Tourismusagentur wirbt unter dem Motto „Berlin. Auch das“ und wolle sich damit mit „überraschenden Impulsen“, wie es hieß, positionieren. Die Kampagne solle künftig auf weitere Zielmärkte und verschiedene inhaltliche Themen ausgeweitet werden, etwa mit Hilfe von Airline- und Bahnkooperationen.

Des Weiteren werden Beratungs- und Qualifizierungsschulungen für die Branche finanziert: Sie sollen den Unternehmen helfen, die Krise zu bewältigen und sich neu auszurichten – beispielsweise im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Attraktivität. Ferner solle mit diversen „ad-hoc-Projekten“ auch der Binnentourismus mit Angeboten für Berliner angekurbelt werden.

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