Spezialeinheit für Berlin : GSG9 landet erst in fünf bis sieben Jahren in Spandau

Es dauert noch ein paar Jahre, bis die Anti-Terror-Einheit GSG9 nach Spandau kommt. Zwischenstation macht sie in der Julius-Leber-Kaserne in Wedding.

Polizisten der Antiterroreinheit GSG 9 2012 in Bonn während einer Vorführung vor dem ehemaligen Kanzleramt
Polizisten der Antiterroreinheit GSG 9 2012 in Bonn während einer Vorführung vor dem ehemaligen KanzleramtFoto: OLIVER BERG/DPA

Die Anti-Terror-Einheit GSG9 des Bundes wird erst in fünf bis sieben Jahren in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Berlin-Spandau stationiert, denn die muss erst kernsaniert werden. Diese Auskunft erhielt der Spandauer Bundestagsabgeordnete Kai Wegner (CDU) vom Bundesinnenministerium, wie er am Freitag mitteilte.

Eine entsprechende Machbarkeitsstudie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zur Stationierung einer vierten GSG9-Einheit und des Stabs der Bundespolizeidirektion 11 in der Kaserne sei positiv ausgefallen, teilte Wegner mit.

Demnach kann der dauerhafte Unterbringungsbedarf in Spandau komplett gedeckt werden. Auf Basis der Studie werden nun das Bundesfinanzministerium, das Bauministerium und das Innenministerium über die genaue Planung für die Schmidt- Knobelsdorf-Kaserne gemeinsam entscheiden. In vier Ausbaustufen sollen bis 2035 etwa 250 Millionen Euro investiert werden. Neben GSG9 und Bundespolizei soll auch der Zoll an den Standort, der für 500 Beschäftigte geeignet ist, ziehen.

Fluglärm nur bei Einsätzen - Flugübungen in Blumberg

Eine massive Zunahme des Fluglärms durch Luftlandeübungen der GSG9 in Spandau müssten die Anwohner aber nicht befürchten, sagte Wegner. Das Fluglärmaufkommen werde sich „in einem sehr begrenzten Rahmen halten“.

Die Flugübungen sollen in brandenburgischen Blumberg am nordöstlichen Stadtrand abgehalten werden, wo eine Flugstaffel der Bundespolizei stationiert ist. Von Spandau aus soll die GSG9 nur zu richtigen Einsätzen fliegen. Wieviele Hubschrauber in Spandau stationiert werden, sei noch unklar.

Die neue GSG9-Einheit soll laut Wegner auf sogenannte CBRNE-Attacken spezialisiert sein. Es geht den Angaben zufolge um den Schutz vor den Auswirkungen durch chemisches (C), biologisches (B), radiologisches (R), nukleares (N) und explosives Material.

Die Einheit kommt in drei bis fünf Jahren - zunächst in die Leber-Kaserne

Die Stationierung sei ein Signal, dass die Bundesregierung ihre Verantwortung auch für Berlins Sicherheit wahrnehme, sagte Wegner. „Ich freue mich, dass die Einheit in Spandau stationiert werden wird und heiße die Bundespolizei und ihre Familien schon heute herzlich in Spandau willkommen.“

Die Einheit selbst soll schon in drei bis fünf Jahren einsatzbereit in Berlin sein. Diese Zeit braucht es den Angaben zufolge, um den geeigneten Nachwuchs zu gewinnen und dann auszubilden.

Tatsächlich gilt es als größte Herausforderung, geeigneten Nachwuchs zu finden. Nicht nur die Polizeibehörden der Länder klagen über Probleme, fähigen Nachwuchs zu finden, sondern auch die Bundeswehr.

Die GSG9 soll um ein Drittel aufgestockt werden

Bis die Knobelsdorf-Kaserne hergerichtet ist, soll die GSG9 nach Tagesspiegel-Informationen zunächst auf dem Gelände der Julius-Leber-Kaserne der Bundeswehr in Wedding unterkommen.

Für den zweiten bundesweiten Standort der GSG 9 in Berlin muss die Anti-Terror-Einheit der Bundespolizei um ein Drittel aufgestockt werden.

Offizielle Angaben über die Größe der Elitetruppe gibt es nicht, doch sie wird intern mit 400 Mann beziffert. Demnach würde die Einheit um rund 130 Beamte aufgestockt werden, die künftig in Berlin stationiert werden. 

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