• Teuer bezahlte Scheinsicherheit: Corona-Check für 99 Euro - private Teststelle in Berlin-Mitte öffnet

Teuer bezahlte Scheinsicherheit : Corona-Check für 99 Euro - private Teststelle in Berlin-Mitte öffnet

Ein Berliner Ärztehaus bietet ab heute Antikörpertests an – gegen Bezahlung. Experten halten die jedoch für unzuverlässig.

Private Corona-Teststelle in Berlin-Mitte
Private Corona-Teststelle in Berlin-MitteFoto: Felix Hackenbruch

Mitten im Regierungsviertel, auf einem Parkplatz in der Voßstraße, eröffnet heute die erste private Testmöglichkeit auf Coronaviren (CP von Samstag): Ab heute will das Ärztehaus Mitte dort Tests für 60,04 € (Kasse) bzw. 99,09 € (privat) anbieten. 

Interessant ist vor allem, dass es sich dabei um einen Antikörpertest handeln soll – also eine Bestätigung für jene, die glauben, der hartnäckige Husten vor drei Wochen sei bestimmt Corona gewesen. Der Antikörpertest richte sich „primär auf den Nachweis eines symptomlosen und abgeschlossenen Krankheitsverlaufes“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ärztehause, die heute verschickt werden soll. 

Hat der Körper das Virus bereits besiegt? Darf das Kind endlich wieder zu Oma und Opa? Hier soll es die schnelle Antwort geben: „Der Antikörpertest erfolgt mittels Blutentnahme aus der Fingerkuppe. Das Testergebnis kann bereits nach etwa 10 bis 15 Minuten mitgeteilt werden.“

Klingt doch toll, oder? Nur, dass es für Antikörpertests Experten zufolge noch gar keine Routineverfahren gibt. Es könne zu vielen falschpositiven Ergebnissen kommen, heißt es in einer aktuellen Studie. Das heißt, Personen waren möglicherweise noch gar nicht infiziert, obwohl das Testergebnis positiv ausgefallen ist. Zudem ist bislang nicht eindeutig geklärt, ob sich aus einer überstandenen Infektion wirklich eine Immunität ableitet. 

[Diese Meldung stammt aus dem Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint. Zur aktuellen Ausgabe geht's hier entlang.]

CP-Ratschlag: Bleiben Sie zu Hause (gilt sowieso weiterhin) und investieren Sie das Geld in ein gebrauchtes Ipad für Oma und Opa. Darauf können die dann gleich mal den Namen des Pressesprechers googeln, der die Mitteilung des Ärztehauses Mitte verschickt: Markus Henning, Rechtsanwalt der Hohenzollern. Bekanntlich ein hochseriöser Verein.

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