
© Marie Staggat für den Tagesspiegel
Tischtennis und gute Laune: Rund 500 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur beim Tagesspiegel-Neujahrsempfang
Ausgelassene Stimmung: Mehrere Hundert Gäste sind am Dienstagabend der Einladung zum Neujahrsempfang ins Verlagshaus des Tagesspiegels gefolgt. Nur einer fehlte.
Stand:
Dass der Eröffnungsredner, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, spontan absagte, machte am Mittwochabend nur langsam die Runde, sorgte aber gleich zu Beginn des Tagesspiegel-Neujahrsempfangs für Gesprächsstoff. Ob er sich nach seinem Tennis-Match-Skandal rund um den Stromausfall im Berliner Südwesten etwa nicht in die Höhle des Löwen wagte?

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Nun, hätte er es gewagt, wäre er auf Tagesspiegel-Kolumnistin und Moderatorin Aline von Drateln getroffen, die mit ihrem Outfit, einem knappen Tenniskostüm, wenigstens modisch mit dem Zaunpfahl winkte.

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Wegner hin oder her. Rund 500 Menschen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft folgten der Einladung in den Verlag am Askanischen Platz und amüsierten sich köstlich. Dem tat auch der etwas langatmige rednerische Auftakt durch Berlins Finanzsenator Stefan Evers (CDU) keinen Abbruch, der freundlicherweise für Wegner eingesprungen war und sich ein bisschen in Schadensbegrenzung versuchte: „Wenn wir immer nur deutlich machen, was uns an Politik stört, wird das dazu führen, dass die Menschen sich davon abwenden.“
Er verteidigte Wegner: „So viel Spaß es medial machen kann, in Tagesabläufe zu schauen und sich mit sportlichen Aktivitäten zu beschäftigen, sehe ich bei den Menschen doch eine Sehnsucht, sich auf das Wesentliche zu beschränken.“
Damit meinte er unter anderem eine neue Gefährdungslage, die der extremistische Anschlag auf das Stromnetz und der folgende mehrtägige Blackout offenbart hätten. „Diese Zeit ist eine, in der die Weltordnung, wie wir sie kennen, zerbricht.“ Berlin werde als Hauptstadt auch weiterhin besonders im Fokus stehen, wenn es darum gehe, Deutschland als wichtigstes Mitgliedsland der EU zu destabilisieren.
Für die Zukunft müsse man Lehren aus der Krise ziehen. „Wir wollen so gut wie möglich vorbereitet sein.“ Evers äußerte die Hoffnung, dass aus dieser Berliner Krise „alle gestärkt hervorgehen“ werden. Er gibt sich optimistisch: „Lasst uns wieder an das Verbindende glauben“, erklärte er. „Ich bin überzeugt, das Jahr 2026 wird ein gutes Jahr, wenn wir uns auf das Wesentliche konzentrieren.“
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) derweil blieb realistisch und betonte, dass sie keinen Anlass sehe, die Koalition vor der Wahl im Herbst infrage zu stellen: „Was zählt, ist, was wir hinkriegen“, sagte sie. „Die Regierung wird in dieser Konstellation noch bis Dezember arbeiten, weil das so lange dauern wird, bis eine neue steht.“ Am 20. September wählen die Berlinerinnen und Berliner ein neues Abgeordnetenhaus.

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Inoffiziell führten die Tagesspiegel-Geschäftsführer Stefan Buhr und Nicolas Köhn sowie Tagesspiegel-Chefredakteur Christian Tretbar in den Abend ein und hießen zunächst die zahlreichen Gäste herzlich willkommen. Während die Geschäftsführung zuversichtlich auf das kommende Jahr blickt – der Tagesspiegel wolle auch 2026 weiter wachsen –, konstatierte Tretbar: „Das Jahr ist journalistisch bereits mit Vollgas gestartet.“

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Er sprach von der Brandkatastrophe in der Schweiz, dem US-Einsatz in Venezuela und dem Berliner Stromausfall. Im Kontext des letzten Punktes konnte er sich dann auch eine Spitze über Wegners Ausfall nicht verkneifen: „Wir hätten wahnsinnig gerne mit demjenigen gesprochen, der uns bestimmt einiges über den Stromausfall hätte sagen können.“

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Der Berliner Senat war am Abend gut vertreten: Neben Finanzsenator Evers und Wirtschaftssenatorin Giffey waren auch Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler, Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (beide SPD), Verkehrssenatorin Ute Bonde, Justizsenatorin Felor Badenberg (beide CDU) und Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) anwesend.

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Politikprominenz aus Brandenburg war mit Innenminister René Wilke (SPD) und Finanzminister Robert Crumbach (parteilos, ehemals BSW) vertreten. Unter die Gäste mischten sich auch Mario Tobias, Vorstandsvorsitzender der Messe Berlin, Ex-DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta und Berlins Zoo-Chef Andreas Knieriem. Außerdem der Dramaturg Matthias Lilienthal, der Präsident der Freien Universität Günter Matthias Ziegler und viele mehr.

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Apropos Tennis: Ein Highlight des Abends und inzwischen schon so etwas wie eine Tagesspiegel-Tradition war die Tischtennisplatte. Unter anderem der SPD-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl 2026, Steffen Krach, ließ sich hier von der stellvertretenden Chefredakteurin Anke Myrrhe herausfordern.
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