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U-Bahnhof Viktoria-Luise-Platz : Neuer Eröffnungstermin für neuen Aufzug

Am Viktoria-Luise-Platz stockt der Bau des Aufzuges seit fast einem Jahr. Nun gibt es einen neuen Eröffnungstermin, statt Mai wird es Ende Dezember.

Viele Bauzäune, wenig Arbeiter am Viktoria-Luise-Platz.
Viele Bauzäune, wenig Arbeiter am Viktoria-Luise-Platz.Foto: Jörn Hasselmann

Im Mai vor einem Jahr wurde am U-Bahnhof Viktoria-Luise-Platz der hintere Eingang gesperrt und ein Schild aufgehängt. "Einbau eines Aufzuges 18.06.2018 bis 17.05.2019." Von diesen elf Monaten sind jetzt etwa zehneinhalb rum - passiert ist weiterhin fast nichts. Klar ist, dass der Termin um viele Monate gerissen wird. Anfang Dezember hatte der Tagesspiegel erstmals über die Verzögerung berichtet.

Wie BVG-Sprecherin Petra Nelken nun mitteilte, ist eine Fertigstellung am 20. Dezember geplant.

Kurz nach Baubeginn seien völlig verrostete Stützen um den Ort des geplanten Aufzuges entdeckt worden, hatte die BVG-Sprecherin berichtet und angekündigt, dass es "nun weitergehen soll". Doch auch in den vergangenen viereinhalb Monaten haben Anwohner nur an wenigen Tagen Arbeiter gesehen. Mal wurde der Bauzaun verrückt, dann Markierungen auf der Fahrbahn der Motzstraße aufgebracht. Und Tage vor Ostern wurde nun ein großes Zelt auf der Fahrbahn aufgebaut.

Die Straße ist seit elf Monaten halbseitig gesperrt, einer der beiden Eingänge ist ebenso lange geschlossen, hinter Bauzäunen hat sich das Herbstlaub verfangen. Schön sei der Zustand nicht, bemängelte ein Anwohner des Platzes, die Baustelle sei völlig verwahrlost. Tatsächlich stehen volle Schuttcontainer seit Monaten dort. Oft wird der Viktoria-Luise-Platz im Bayerischen Viertel als schönster Platz Berlins bezeichnet.

Bauschäden werden oft erst nach Baubeginn entdeckt

Die Schäden seien im Vorfeld nicht bekannt und nicht erkennbar gewesen, hatte Nelken im Dezember berichtet. Ein Prüfstatiker habe Monate benötigt, die Stabilität zu prüfen. Wieso es auch in den vergangenen vierreinhalb Monaten kaum sichtbare Fortschritte gab, ist unklar. Nach Angaben der BVG wurden unterirdisch zwei neue Stützen eingebaut "unter Zuhilfenahme von zahlreichen Hilfsstützen". Noch im Juni hatte Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) das Jahr 2018 als Eröffnungstermin genannt.

Ähnliche Klagen gibt es von Lesern von anderen Stationen in der Stadt, so von der Schönleinstraße in Neukölln (U8). Auch hier sollte ein Aufzug eingebaut werden, bei den Vorbereitungen stellte sich heraus, dass die Station komplett baufällig ist. Nun verschiebt sich die Eröffnung des Aufzugs auf das Jahr 2023.

Zuletzt war Ende Februar am U-Bahnhof Friedrich-Wilhelm-Platz (U9) ein Aufzug fertig gestellt worden. Er verbindet die Straßenebene (Mittelinsel) direkt mit dem Bahnsteig. Der barrierefreie Ausbau kostete 1,7 Millionen Euro. Die Grundsanierung des Bahnhofs dauert immer noch an. Derzeit sind 127 der 173 U-Bahnhöfe stufenlos erreichbar. 119 Stationen haben Aufzüge, acht weitere verfügen über Rampen. Nach den gesetzlichen Vorgaben müssen alle U-Bahnhöfe bis zum 1. Januar 2022 barrierefrei sein. Rolltreppen zählen dabei nicht.

Dieser Aushang am U-Bahnhof Viktoria-Luise-Platz ist überholt.
Dieser Aushang am U-Bahnhof Viktoria-Luise-Platz ist überholt.Foto: Jörn Hasselmann

Unter diesem Festzelt soll der Aufzug gebaut werden.
Unter diesem Festzelt soll der Aufzug gebaut werden.Foto: Jörn Hasselmann

An der Birkenstraße (U9) in Tiergarten geht es nach Angaben der BVG jetzt voran - allerdings bringt der Aufzugseinbau Einschränkungen für Fahrgäste mit sich. Seit Ende März und bis 5. Mai halten die Züge in Fahrtrichtung Rathaus Steglitz nicht. Fahrgäste aus Richtung Osloer Straße fahren bis Turmstraße und von dort eine Station zurück. Fahrgäste in Richtung Rathaus Steglitz fahren zunächst eine Station Richtung Osloer Straße bis Westhafen und von dort Richtung Rathaus Steglitz.

Ab Montag, den 6. Mai, bis Donnerstag, den 23. Mai 2019, durchfahren dann die Züge der U9 Richtung Osloer Straße den Bahnhof Birkenstraße ohne Halt. Wie berichtet, hatte die BVG in den vergangenen Jahren zunächst die Stationen mit Aufzügen nachgerüstet, wo es einfach war. Nun sind die komplizierten an der Reihe. So hat die BVG für den Einbau eines Aufzuges an der Spichernstraße 26 Monate angesetzt.

Noch bis Mai 2020 - wenn es denn im Zeitplan bleibt - müssen Fahrgäste beim Umsteigen zwischen U3 und U9 seit 2018 einen mehrere hundert Meter langen Umweg laufen, und zwar oberirdisch. Der direkte Weg ist gesperrt. Seit einem halben Jahr halten am U7-Bahnhof Eisenacher Straße keine Züge Richtung Rudow. Voraussichtlich ab Mai werden dann die Züge Richtung Spandau dort nicht halten können. Nach BVG-Angaben ist der Einbau des Aufzugs "kompliziert".

Auf dem U-Bahnhof Rathaus Steglitz wird im Zeitraum Montag, den 1. April, bis Freitag, den 5. Juli 2019, der stark frequentierte Aufzug zwischen Bahnsteig und Vorhalle ausgetauscht. Für die barrierefreie Anbindung des U-Bahnhofs Rathaus Steglitz an die U9 kann bis 15. April die Buslinie 186 bis zum U-Bahnhof Friedrich-Wilhelm-Platz genutzt werden. Anschließend und bis zum 5. Juli erfolgt der barrierefreie Anschluss über die Buslinien M48, M85 und 186 bis U-Bahnhof Walther-Schreiber-Platz.

Jetzt auch erste Bilder vom geplanten Aufzug am U-Bahnhof Bayerischer Platz
Simulation des Aufzugs, der ab 2016 von der Grunewaldstraße aus in den U-Bahnhof Bayerischer Platz führen soll.Weitere Bilder anzeigen
1 von 76Simulation: BVG
12.03.2015 17:53So soll er aussehen, der Aufzug am U-Bahnhof Bayerischer Platz, den die BVG im kommenden Jahr endlich einbauen will. Dazu muss die...

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