Umzug nach Berlin rückt näher : Sony Music feiert Richtfest für neue Zentrale

Projektentwickler Pecan baut auf dem früheren Gelände der Commerzbank an der Potsdamer Straße. Musikfirma will 2020 einziehen.

30.000 Quadratmeter Bürofläche entsteht in Schöneberg.
30.000 Quadratmeter Bürofläche entsteht in Schöneberg.Visualisierung: promo

Kein halbes Jahr nach dem angekündigten Umzug der Europazentrale des US-Musikkonzerns Sony Music von München nach Berlin hat der Projektentwickler des Areals am Mittwoch die Fertigstellung des Rohbaus und das Richtfest gefeiert. Die Pecan Development GmbH erklärte bei einer Feierstunde im Beisein von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Daniel Lieberberg, dem Chef des Unterhaltungskonzerns für Zentraleuropa und Afrika, diese symbolisch wichtige Bauphase für beendet.

Als der Umzug der Sony Music, dem nach Universal zweitgrößten Musikunternehmen in Deutschland, im März bekanntgeworden war, galt das als kleine Sensation. Pop, die sich mit dem Manager Lieberberg gemeinsam für den Umzug engagiert hatte, hatte dies als „großartige Nachricht“ gewürdigt und Berlin als „zentralen Musikstandort in Europa“ ausgerufen. Trommeln gehört zum Geschäft einer Wirtschafssenatorin. In jedem Fall kann man von einer weiteren Stärkung der Kreativwirtschaft in der Hauptstadt ausgehen – und für eine Veränderung des Kiezes in Schöneberg.

Sony übernimmt ein Drittel der Gesamtfläche

Denn Projektentwickler Pecan baut das Bürogebäude „Zentrale“ als Teil eines Büro- und Gewerbeensembles mit dem wenig bescheidenen Namen „Wirtschaftswunder“ auf dem Gelände der ehemaligen Commerzbank-Niederlassung nahe der Ecke Potsdamer Straße und Bülowstraße, unweit des Hauses in dem der Tagesspiegel-Verlag über Jahrzehnte residierte. Die drei Gebäude umfassen insgesamt rund 27.000 Quadratmeter Bürofläche sowie im Eckgebäude an der Potsdamer Straße rund 3000 Quadratmeter Einzelhandels- und Gastronomieflächen. Sony Music soll ab Mitte 2020 alle sieben Geschosse eines Teilgebäudes mit rund 7730 Quadratmetern Büromietfläche übernehmen – also weniger als ein Drittel der Gesamtfläche.

Die Stadtteilinitiative „Interessengemeinschaft Potsdamer Straße“ hatte bei Bekanntwerden der Pläne die Sorge geäußert, dass die neuen Mieter wegen der vor Ort geplanten Restaurants kaum die bestehenden Geschäfte in dem Kiez nutzen werden. Zudem wünsche man sich Engagement für die Kiezbewohner – speziell für Kinder und Jugendliche.

„Ich freue mich sehr, dass Pecan Development mit dem New-Work-Areal einen weiteren Anziehungspunkt schafft. Aus einem ehemaligen Bankenstandort entsteht ein nachhaltiges Büro- und Gewerbeensemble, so dass an dieser prominenten Stelle schnell wieder Leben einziehen kann“, sagte Pop.

In der neuen Zentrale in Berlin wurde am Mittwoch das Richtfest gefeiert.
In der neuen Zentrale in Berlin wurde am Mittwoch das Richtfest gefeiert.Foto: Tsp

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop blickt ein wenig neidisch auf die Mitarbeiter von Sony Music, die in einem Jahr in ihr neue Deutschlandzentrale in Schöneberg ziehen sollen. Beim Richtfest würdigte sie, dass Sony Music die Designer vom Studio Karhard mit dem Innenausbau beauftragt haben. Die hätten nämlich auch das Berghain eingerichtet, aber leider nicht das Olex-Haus (Baujahr 1915) in der Martin-Luther-Straße, in dem ihre Senatsverwaltung residiert. Hier würde sie gern manche rustikale Holzvertäfelung entfernen, das dürfe man aus Denkmalschutzgründen aber nicht.

Im Namen der Stadt Berlin gab Pop noch zu Protokoll: „Wir haben die spannendste Kreativwirtschaft Deutschlands, Europas und fast weltweit“. Wo es noch spannender sein könnte, behielt sie für sich.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!