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Fluechtlinge mit Gepaeck am Eingang zur LAB Bramsche, dem Ankunftszentrum der Landesausnahmebehoerde Bramsche-Hesepe in Niedersachen bei Osnabrueck Foto vom 09.05.2023. Nach monatelangen Forderungen der Bundeslaender nach mehr Unterstuetzung durch den Bund in der Fluechtlingspolitik kommen beide Seiten am 10.05.2023 zu einem Sondertreffen in Berlin zusammen. Die Laender fordern mit Verweis auf die angespannte Lage bei der Unterbringung von Fluechtlingen in den Kommunen eine finanzielle Unterstuetzung, die nicht pauschal ist, sondern mit der Zahl der Fluechtlinge steigt oder sinkt. Siehe epd-Meldung vom 10.05.2023 EDITORIAL USE ONLY *** Refugees with luggage at the entrance to the LAB Bramsche, the arrival center of the State Reception A Copyright: epd-bild/DetlefxHeese epd-Fluechtlinge

© IMAGO/epd

Vor allem aus der Türkei, Syrien und Afghanistan: Anzahl der Asylbewerber in Berlin im ersten Halbjahr 2023 deutlich gestiegen

In Berlin kommen mehr Asylbewerber an als im Vorjahreszeitraum. Auch aus der Ukraine flüchten weiter Menschen vor dem Krieg. Das belegen jetzt neue Zahlen.

Stand:

Die Anzahl der Asylbewerber ist in Berlin im ersten Halbjahr 2023 um mehr als 50 Prozent gestiegen. Bis Ende Juni wurden 7473 ankommende Flüchtlinge als Asylsuchende registriert, nach 4864 im Vorjahreszeitraum. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (DPA) aus dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF). Hauptherkunftsländer sind die Türkei, Syrien, Afghanistan, Georgien, Vietnam und Moldau.

Hinzu kamen 8502 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die einen anderen Aufenthaltsstatus als Asylbewerber haben. Ihre Anzahl ging im Vergleich zum Vorjahr zwar zurück, bewegt sich angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges aber immer noch auf hohem Niveau.

Im gesamten Vorjahr zählte das Landesamt 14.704 Asylanträge. Hinzu kamen mehr als 1000 Geflüchtete, die über Sonderprogramme nach Berlin kamen, etwa besonders schutzbedürftige Syrer. Darüber hinaus fanden in Berlin im Vorjahr schätzungsweise 60.000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine eine neue Bleibe.

7473 
Asylsuchende wurden im ersten Halbjahr 2023 in Berlin registriert.

Die Zunahme beim Zuzug Geflüchteter stellt die Stadt seit geraumer Zeit vor Probleme: Der Senat kommt bei der Schaffung von Unterkünften kaum hinterher. Zuletzt wurde die Zahl der Plätze mit etwa 34.000 angegeben, nur ein kleiner Teil davon ist frei. Die Lage ist derart angespannt, dass der Senat auf große provisorische Lösungen wie Leichtbauhallen auf dem ehemaligen Flughafengelände in Tegel zurückgreifen muss.

Auf dem Areal nahm im Vorjahr das Ukraine-Ankunftszentrum seinen Betrieb auf, die Unterkünfte waren eigentlich nur zur kurzzeitigen Unterbringung von Neuankömmlingen gedacht. Derzeit leben nach Angaben des LAF 2526 Menschen dort, vielfach schon länger.

Das Amt rechnet damit, dass in Berlin bis Mitte Herbst drei weitere Unterbringungsmöglichkeiten für zusammen knapp 1600 Menschen eröffnen. Es handelt sich um zwei Gemeinschaftsunterkünfte und eine Aufnahmeeinrichtung. Nach Einschätzung von Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) werden in diesem Jahr 10.000 bis 12.000 neue Plätze zur Unterbringung benötigt.

Auch auf Bundesebene nimmt die Anzahl der Geflüchteten zu. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge stellten von Januar bis Juni 162.271 Menschen einen Asylantrag in Deutschland (150.166 Erst- und 12.105 Folgeanträge). Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (84.583 Erstanträge) bedeutet dies einen Anstieg um 77,5 Prozent. (dpa)

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