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Privates Feuerwerk hatte in Hannovers böllerfreien Zone nichts zu suchen.

© Christophe Gateau/dpa

Silvester in Berlin: Vorbild Hannover: Böllerfreie Zone

In Hannover gab es in diesem Jahr zu Silvester erstmals eine böllerfreie Zone. Warum geht das in Berlin nicht? Ein Kommentar.

Das neue Jahr ist noch keine Stunde alt, da lobt die Polizei die Bürger, dass sie sich an das Böllerverbot halten. Geht doch. Aber leider nicht in Berlin, sondern in Hannover. Dort galt zum Jahreswechsel in Teilen der Innenstadt zum ersten Mal ein Böllerverbot. Und es klappte. Die Polizei kontrollierte streng; etliche Raketen und Böller wurden eingesammelt und in mit Wasser gefüllten Tonnen entsorgt. Polizei und Feuerwehr hatten weniger zu tun, wurden seltener zu Zielen von Aggressionen. Klingt alles nach einer gelungenen Maßnahme.

Man hört schon wieder die Stimmen, die verächtlich abwinken, wie man nur Hannover und Berlin vergleichen kann. Hier lasse sich ein Verbot ohnehin nicht durchsetzen; und außerdem gehörten Böller und Raketen einfach dazu. Das skurrilste Argument kam vor Silvester vom Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordneten Axel Seltz, der beim Böllerverbot „von einer wohlstandsbürgerlich grünen Debatte“ sprach. „Wer proletarische Kultur verachtet, wird zurück verachtet“, schrieb Seltz kurz vor Silvester auf Twitter. Ganz so, als ob potenzielle SPD-Wähler keine anderen Sorgen haben, als es zum Jahreswechsel krachen zu lassen.

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Das Unfallkrankenhaus Berlin twitterte unter "#Böllerschmerz"

Gerne wird als Begründung für die Böllerei auch angeführt, dass die Kinder es so lieben. Das muss man nicht weiter kommentieren; es reicht der Tweet des Unfallkrankenhauses Berlin mit dem Hashtag „Böllerschmerz“ vom Neujahrstag: „Jetzt auch noch 6 Kinder mit schweren Handverletzungen, die operativ versorgt werden müssen. Es ist zum Heulen!“

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