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Waldbrand in Brandenburg : Feuer in der Lieberoser Heide breitet sich aus

Im Landkreis Dahme-Spreewald brennen 100 Hektar. Die Lage in Brandenburg ist angespannt, denn Hitze und Wind bereiten den Experten Sorgen.

Marion Kaufmann
Waldbrand Brandenburg aktuell: Feuer erreicht rote Zone mit alter Munition
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt bei Löscharbeiten über einem Waldstück in der Lieberoser Heide.Foto: Bundespolizei/dpa

In der Lieberoser Heide (Brandenburger Landkreis Dahme-Spreewald) brannten am Dienstagmorgen fast 100 Hektar, wie der rbb meldete. Das Feuer habe nun auch die sogenannte rote Zone mit alter Munition erreicht. Der Brand war am Montagmorgen ausgebrochen.

Bis zum Montagabend breitete sich das Feuer weiter aus, gegen 20 Uhr waren 20 Hektar betroffen. Auch anderswo in Brandenburg gab es am Montag Waldbrände. Gelöscht wird mit Hubschraubern.

Angesichts der in dieser Woche erwarteten Hitze sei die Lage angespannt, sagte der Landeswaldschutzbeauftragte Raimund Engel. „Sorgen bereitet uns die aus Osten heranziehende und die aus dem Süden erwartete heiße Luft“, sagte Engel.

Da reiche schon ein Funke aus, um einen Brand auszulösen – durch aufkommende Winde zusätzlich angefacht. Am Mittwoch werden Temperaturen bis zu 39 Grad erwartet. Er rechne dann damit, dass landesweit die höchste Gefahrenstufe 5 gelten werde, sagte Engel. Derzeit gilt in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Barnim, Havelland und Spree-Neiße sowie in Cottbus schon die höchste Waldbrandwarnstufe fünf.

2018 war ein außergewöhnliches Waldbrandjahr

Seit Jahresanfang sind bereits 220 Waldbrände im Land registriert worden, eine Fläche von 885 Hektar stand in Flammen. Davon waren allein 744 Hektar Anfang Juni beim bislang größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in Brandenburg auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog betroffen.

Ein Hubschrauber der Bundespolizei vom Typ "Super Puma" wurde heute in einem Waldstück in der Lieberoser Heide eingesetzt.
Ein Hubschrauber der Bundespolizei vom Typ "Super Puma" wurde heute in einem Waldstück in der Lieberoser Heide eingesetzt.Foto: Bundespolizei

2018 gilt bislang als außergewöhnliches Waldbrandjahr, besonders schlimm war der Brand bei Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) vergangenen Sommer, bei dem drei Dörfer evakuiert werden mussten. Bei insgesamt 512 Bränden waren 1674 Hektar betroffen.

Im Osten Deutschlands hat es häufiger gebrannt als im Westen

Damit ist Brandenburg das Waldbrandland Nummer eins in ganz Deutschland. In der Mark gab es mit Abstand die meisten Feuer, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht. Insgesamt kam es im Osten Deutschlands deutlich häufiger zu Waldbränden als im Westen.

Der Supa Puma ist mit einem Feuerlöschbehälter mit einem Fassungsvermögen von knapp 2000 Litern ausgestattet.
Der Supa Puma ist mit einem Feuerlöschbehälter mit einem Fassungsvermögen von knapp 2000 Litern ausgestattet.Foto: Bundespolizei

Deutschlandweit hat sich die Zahl der Waldbrände zudem vervierfacht. 2018 brannte es in deutschen Wäldern 1708 Mal, ein Jahr zuvor waren es 424 Brände. „Deutschland ist nur schlecht auf die kommenden Herausforderungen durch Waldbrände vorbereitet“, sagte der FDP-Politiker Karlheinz Busen.

Er verwies darauf, dass die Brandbekämpfung Aufgabe von Kommunen sei, die aber keine Löschhubschrauber und Löschflugzeuge anschaffen könnten. Das Ausstattungskonzept zwischen Bund und Ländern müsse reformiert werden.

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